Ärzte Zeitung online, 30.08.2010

Generikaabschlag: Apotheker können aufatmen

BERLIN (cw). Entwarnung in Sachen Retax-Drohung wegen ausstehender Generikaabschläge: Nach Angaben des GKV-Spitzenverbandes haben die meisten Pharmaunternehmen inzwischen eingelenkt. Forderte die GKV im Juni noch 250 Millionen Euro wegen falsch abschlagsbefreiender Deklarierung zurück, so ist diese Summe jetzt auf einen Bruchteil dessen zusammengeschrumpft.

Die bundesweit 21.500 Apotheken können aufatmen, das im Sommer noch düster anmutende Szenario fünfstelliger Regressbeträge ist vom Tisch. Einer aktuellen Aufstellung des GKV-Spitzenverbandes zufolge sind nur noch Abschläge für 450 generische Produktpositionen offen, die sich nach Angaben eines Apothekenrechenzentrums auf rund 30 Millionen Euro addieren. Im Juni waren noch 1500 Positionen offen.

Im März vergangenen Jahres hatte der GKV-Spitzenverband ein Fehlerkontrollverfahren eingeleitet, um fälschlich abschlagsbefreiende Kennzeichnungen bei generischen Präparaten zu ermitteln. Einige Unternehmen hatten daraufhin ihre Kennzeichnung geändert und ausstehende Abschläge bezahlt. Andere bestanden weiterhin auf der Richtigkeit ihrer Kennzeichnung. Ein Teil der Kassen-Forderungen könnte Ende dieses Jahres verjähren, daher drängte der Spitzenverband jetzt zur Eile.

Da die Kassen nicht direkt auf Pharmahersteller durchgreifen können, halten sie sich an die Apotheken, die sich dann den zwangsweise abgeführten Abschlag von den Herstellern zurückholen müssen.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Asthma – oder nur zu dick?

Wenn keuchende, schwer übergewichtige Patienten in der Praxis über "Asthma" klagen, ist Vorsicht geboten. Denn oft sind die Symptome kein pneumologisches Problem. mehr »

Warum Patienten aggressiver werden

Dass Patienten Ärzte verbal angreifen und bedrohen, kommt in Deutschland immer häufiger vor. Die Gründe dafür sind vielfältig. Vielerorts wappnen sich Mediziner in Praxen und Kliniken gegen die stärker aufkommende Gewalt. mehr »

So berechnen Ärzte den Wirtschaftlichkeitsbonus ihrer Praxis

Die Berechnung des Laborbonus ist nicht ganz einfach zu durchschauen. Aber wer sich damit beschäftigt, kann die Leistungen so zu steuern, dass der Bonus weitgehend erhalten bleibt. Unser Abrechnungsexperte gibt Tipps. mehr »