Ärzte Zeitung online, 06.12.2010
 

Streit um Versorgung mit Cannabis-Schmerzmitteln

BERLIN (fst). Nach Angaben der Bundesopiumstelle des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sind in diesem Jahr erstmals über zehn Millionen Betäubungsmittelrezepte an Ärzte abgegeben worden.

Damit habe sich die Zahl der Rezepte in der vergangenen Dekade mehr als verdoppelt. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, sieht darin einen "wichtigen Beitrag für die Entwicklung der Schmerztherapie und Palliativmedizin".

Der drogenpolitische Sprecher der Grünen Dr. Harald Terpe widersprach. Er sieht die Versorgung Schwerkranker "noch immer durch ideologische Blockaden behindert".

Terpe erinnerte daran, dass die Bundesregierung im Sommer noch Verbesserungen bei Cannabismedikamenten angekündigt hatte. Nichts davon sei bisher umgesetzt, kritisierte Terpe.

Er machte eine "Zwei-Klassen-Medizin" bei der Versorgung mit cannabishaltigen Schmerzmitteln aus. Denn die monatlichen Therapiekosten von bis zu 3780 Euro müssten "in der Regel von den Betroffenen selbst finanziert werden".

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Gegen Husten taugen Medikamente wenig

Abwarten und Tee trinken, mehr wollen US-Experten gegen erkältungsbedingten Husten nicht empfehlen. Allenfalls etwas Honig bei Kindern halten sie noch für geeignet. mehr »

Erst krebskrank, dann Hypertoniker

Überlebende von Krebserkrankungen in der Kindheit tragen ein erhöhtes Hypertonierisiko: Im Alter von 50 Jahren sind 70 Prozent betroffen. mehr »

Macht das Stadtleben krank?

Stadtluft kann Schizophrenie begünstigen, glauben Wissenschaftler. Ein Chefarzt der Charité fordert deshalb eine Public-Mental-Health-Strategie für urbane Räume. mehr »