Ärzte Zeitung, 01.02.2011
 

Arzneimarkt 2010: Umsatz und Menge auf dem Vorjahres-Niveau

Bei stagnierender Packungszahl sind die GKV-Ausgaben für Arzneien 2010 mit 1,8 Prozent nur noch minimal gestiegen.

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FRANKFURT (HL). Das kurzfristige Kostendämpfungspaket für die GKV-Arzneimittelversorgung wirkt. Im Gesamtjahr 2010 stiegen die Ausgaben für Arzneimittel einschließlich Testdiagnostika und Impfstoffen um 1,2 Prozent auf 29,3 Milliarden Euro, wie das Marktforschungs-Institut IMS Health mitteilt.

Die von Ärzten zu Lasten der GKV verschriebenen Arzneimittelmenge stagnierte bei 676 Millionen Packungen. Ohne Impfstoffe gab die gesetzliche Krankenversicherung 28,3 Milliarden Euro für Arzneien aus, das sind 1,8 Prozent mehr als im Vorjahr.

Im Dezember 2010 waren die Umsätze am GKV-Arzneimittelmarkt ebenfalls mit rund drei Prozent rückläufig und betrugen rund 2,5 Milliarden Euro.

Hauptursache der im Herbst durchgängig rückläufigen Arzneimittelausgaben ist die zum 1. August 2010 in Kraft getretene Erhöhung des gesetzlichen Rabatts von sechs auf 16 Prozent für Arzneimittel ohne Festbetrag.

Das hat dazu geführt, dass der Zielwert für zulässige Ausgabensteigerungen, den die KBV und der GKV-Spitzenverband im Herbst 2009 auf 4,8 Prozent festgelegt hatten, um drei Prozentpunkte unterschritten wurde.

Die Ausgaben für Impfstoffe sind im vergangenen Jahr um 15 Prozent auf rund eine Milliarde Euro zurückgegangen. Einfach-Impfstoffe, für die die Kassen 682 Millionen Euro ausgaben, sind vom Umsatzrückgang mit minus 21 Prozent überproportional betroffen. Die Ausgaben für Mehrfach-Impfstoffe stagnieren bei 334 Millionen Euro.

Im Dezember gab es mit minus 30 Prozent einen Einbruch bei Grippe-Impfstoffen im Vergleich zum Vorjahresmonat. Bei HPV-Vakzinen wie auch bei Pneumokokken-Impfstoffen wird seit November 2010 ein leichter Anstieg registriert.

Ein Wachstum in der Größenordnung von zehn Prozent gibt es bei Mehrfach-Impfstoffen in der Kombination Masern/Mumps oder Tetanus. Hier existieren - bei jährlich etwa 1000 Masernfällen - noch erhebliche Impflücken.

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