Ärzte Zeitung, 05.04.2011

Nordrhein will die Generika-Quote loswerden

KV-Vorstand beklagt wachsende Probleme mit Steuerungsinstrument.

DÜSSELDORF (iss). Die KV Nordrhein (KVNo) will mit den Kassen über eine Abkehr von der Generika-Quote verhandeln. Das kündigte KVNo-Vorstand Bernhard Brautmeier bei der Vertreterversammlung an.

Da die Kassen Rabattverträge über Originalpräparate geschlossen haben, können Apotheker den Patienten die entsprechenden Mittel abgeben, ohne dass der Arzt es steuern kann. "Wir werden mit den Kassen sprechen müssen, dass wir so mit der Quote nicht mehr arbeiten können."

Die Arzneimittelvereinbarung in Nordrhein sieht je nach Fachgruppe eine Generika- und eine Me-too-Quote vor sowie bis zu vier Quoten, die sich an den Tagestherapiekosten orientieren. Erreicht der Arzt die vorgegebenen Ziele, entfällt in der Regel die Richtgrößenprüfung.

Verfehlt er die Vorgaben, kann er eine Pharmakotherapieberatung in Anspruch nehmen. Erst wenn er das nicht tut oder in einem weiteren Quartal die Ziele verfehlt, folgt ein Prüfantrag.

Da die Ärzte die Generika-Abgabe nicht mehr steuern könnten, dürfe die Quote nicht mehr Bestandteil der Arzneimittelvereinbarung sein, sagte Brautmeier. Das bestätigte der Vorsitzende des nordrheinischen Verbands der Kinder- und Jugendärzte Dr. Thomas Fischbach. "Die Generika-Quote sehen wir als nicht mehr geeignet an, um die Wirtschaftlichkeit der Verordnung zu beurteilen."

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Ärzte gehen auf Gegenkurs zu Schokoriegel und Cola

Pädiater sind alarmiert: Adipositas bei Kindern wird zunehmend zu einem sozialen Problem. Jetzt setzen sie ihre eigene Agenda und gehen auf Distanz zur Ernährungsindustrie. mehr »

Debakel für ASS

Acetylsalicylsäure schützt ältere Menschen nicht vor Herz-Kreislauferkrankungen - im Gegenteil: Ihr Sterberisiko ist erhöht. Dieses überraschende Ergebnis offenbart die ASPREE-Studie. mehr »

Doktor THC und Mister Cannabidiol

Cannabis steht im Verdacht, Psychosen durch den Wirkstoff THC auszulösen. Die Pflanze enthält aber auch antipsychotische Substanzen, die die Hirnfunktion in kritischen Bereichen normalisiert. mehr »