Ärzte Zeitung, 29.06.2011

Herstellerrabatte senken in der PKV die Arzneikosten

KÖLN (iss). Die Beteiligung der privaten Krankenversicherer (PKV) an den Herstellerrabatten für Arzneimittel wird ihre Ausgaben pro Verordnung im Schnitt um 6,9 Prozent senken. Das hat das Wissenschaftliche Institut der PKV (WIP) berechnet.

Nach der Prognose spart die Branche dadurch im laufenden Jahr 161 Millionen Euro bei Arzneiausgaben. Hinzu kommen weitere 120 Millionen Euro bei den Beihilfeträgern.

Basis der WIP-Untersuchung sind Daten des Jahres 2009 aus dem Arzneiverordnungsreport der GKV und aus Arzneimittelverordnungen von 4,9 Millionen Privatversicherten aus neun Unternehmen. Im Jahr 2009, als nur die GKV vom Herstellerrabatt profitierte, zahlte die GKV durchschnittlich 42,29 Euro pro Verordnung von Fertigarzneimitteln, während es in der PKV 46,60 Euro waren.

Die Differenz zwischen den Systemen sank durch die Beteiligung der Privatversicherer am Herstellerrabatt von 10,2 Prozent auf 7,7 Prozent. 2011 fällt der Durchschnittspreis in der PKV von 46,60 Euro auf 43,37 Euro, in der GKV von 42,29 Euro auf 40,26 Euro.

"Dass bei der PKV prozentual eine höhere Steigerung ermittelt werden konnte, folgt daraus, dass der PKV der Herstellerrabatt erstmals gewährt wird, während in der GKV nur eine Erhöhung des Rabattsatzes zugrunde liegt", schreibt Autor Dr. Frank Wild.

Zum 1. Januar 2011 ist der Herstellerrabatt bei patentgeschützten Arzneien ohne Festbetrag von sechs Prozent auf 16 Prozent gestiegen. Hätte der Gesetzgeber die PKV bei diesem Kostensenkungsinstrument weiter außen vor gelassen, würde der durchschnittliche Verordnungspreis 2011 um 15,7 Prozent über dem der GKV liegen, so Wild.

Dass die GKV bei Arzneimitteln weiter von einem Kostenvorteil von 7,7 Prozent profitiert, führt er auf zwei Faktoren zurück: den Apothekenrabatt, der ausschließlich gesetzlichen Kassen gewährt wird, und auf die höhere Bedeutung der Rabattverträge mit der Pharmaindustrie in der GKV.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Debatte über Zwang und Zustimmung

Widerspruch oder aktive Zustimmung? Zwei Stunden lang hat der Bundestag am Mittwoch um den richtigen Weg gerungen, mehr Menschen für die Organspende zu gewinnen. mehr »

Pflege geht auf die Psyche und den Rücken

Der aktuelle TK-Gesundheitsreport hat die Gesundheit der Menschen in Pflegeberufen untersucht. Das Ergebnis zeigt: Die Belastung in der Branche ist hoch. mehr »

Mehr Beratung für mehr Organspenden!

Der Bundestag berät heute zwei Initiativen zur Reform der Organspende in Deutschland. Jüngst kam von einem Experten Kritik an einem der Entwürfe: zu teuer. Das ist „unseriös“, kontert eine Parlamentarierin. mehr »