Ihre Meinung ist gefragt: Machen Sie bei unserer Online-Umfrage mit!

Ärzte Zeitung online, 03.11.2011

Ministerium will Zwangsrabatt prüfen

BERLIN (cw). Im Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat die Überprüfung des GKV-Herstellerrabatts begonnen.

Der Abschlag für nicht-festbetragsgeregelte Innnovationen war am 1. August vorigen Jahres von sechs auf 16 Prozent angehoben worden.

Laut einer EU-Richtlinie besteht jedoch die Verpflichtung, behördliche Preiseingriffe entsprechend der gesamtwirtschaftlichen Lage daraufhin zu überprüfen, ob sie noch gerechtfertigt sind.

Mitte Oktober hatte der Schätzerkreis beim Bundesversicherungsamt prognostiziert, dass der Gesundheitsfonds dieses Jahr rund 4,4 Milliarden Euro Überschuss erzielen wird.

Ministerium spricht von zeitnaher Entscheidung

Nach einhelliger Ansicht der Pharmaverbände besteht damit kein Grund mehr, den gegenüber früher nahezu verdreifachten Herstellerabschlag in dieser Höhe fortzuführen.

Nach Mitteilung des BMG sollen jetzt zunächst Kassen-, Versicherten- und Pharmaverbände in der Sache angehört werden.

Dann werde man über eine Absenkung oder Beibehaltung des Abschlags "zeitnah entscheiden" - ob noch in diesem Jahr oder erst im Januar 2012, sei völlig offen, heißt es. Eine Frist gebe es für das Ministervotum nicht.

Nach Angaben des Marktforschers IMS Health haben die Arzneimittelhersteller von Januar bis Ende August dieses Jahres rund 1,5 Milliarden Euro gesetzliche Rabatte an die GKV abgeführt. In der Vergleichsperiode des Vorjahres waren es knapp 800 Millionen Euro.

Topics
Schlagworte
Arzneimittelpolitik (7079)
Organisationen
IMS Health (342)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Parodontitis als Risikofaktor für Krebs?

Ist eine Zahnbettentzündung ein Risikofaktor für bestimmte Krebsarten? Innerhalb einer großen Gruppe Frauen in der Menopause haben Forscher deutliche Zusammenhänge gefunden. mehr »

Trauerminute und erneuter Terrorversuch

Nur wenige Stunden nach dem islamistischen Anschlag in Barcelona hat die Polizei eine weitere Terrorattacke verhindert. Während in Barcelona noch über 100 Verletzte im Krankenhaus behandelt werden, versammelten sich Trauernde auf der "Las Ramblas". mehr »

3-D-Druck ersetzt Gips-Zahnabdrücke

Die 3-D-Technologie hat längst Einzug in die Medizin gehalten. In München gibt es eine volldigitale Kieferorthopädie-Praxis. Vom Scan bis zum 3-D-Druck des Zahnmodells läuft alles digital. mehr »