Ärzte Zeitung, 09.11.2011

Weigeldt forciert Widerstand gegen Medikationskonzept

BAD ORB (ras). Scharfe Geschütze hat Hausarztverbandschef Ulrich Weigeldt kürzlich bei der practica 2011 in Bad Orb gegen das gemeinsame Konzept von ABDA und KBV aufgefahren, mit dem ein Teil der ärztlichen Kompetenz bei der Arzneiverordnung auf die Apotheker übertragen werden soll.

Den einzigen Grund, dieses Modell politisch auf den Weg zu bringen, sieht Weigeldt darin, die Apotheker zu besänftigen, die seit der letzten Gesundheitsreform finanzielle Einbußen hinnehmen mussten.

Allerdings sei unklar, wer außer den Apothekern von dem Konzept sonst noch profitieren würde. Die Ärzte jedenfalls nicht, so Weigeldt, die Patienten ebenfalls nicht. Denn diese könnten nicht mehr auf den Arzt als den zentralen Verordner bauen.

Weigeldt forderte die Ärzte auf, sich geschlossen gegen die geplante Wirkstoffverordnung aufzulehnen. Ansonsten werde die Verordnungshoheit auch der Allgemeinärzte verloren gehen.

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[09.11.2011, 21:35:45]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
"Rezept- und Versorgungsferne"?
Was ist denn bloß davon zu halte, wenn "rezept- und versorgungsferne" Funktionärsschichten von ABDA und KBV uns Vertragsärzten ein "Zukunftskonzept Arzneimittelversorgung" ins Nest legen wollen?

Um uns zu erklären, dass GKV-Patienten, die f ü n f Medikamente ärztlicherseits 'blanko' verordnete bekommen, von ihrer Apotheke je nach Marktlage bis zu z w a n z i g verschiedene Verpackungen, Logos, Tablettenformen und –farben, Herstellernamen oder Reimporte aus EU-Ländern in einem e i n z i g e n Jahr erhalten?

Unsere Granden von Apothekerverband und Kassenärztlicher Bundesvereinigung wissen ja noch nicht mal, ob sie ihre unausgegorene Idee "Modellprojekt Wirkstoffkatalog", "Medikationskatalog" oder "Weiterentwicklung des Konzeptes der Leitsubstanzen" nennen sollen?

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund


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