Ärzte Zeitung online, 29.12.2011

BtM-Retax: Freie Apotheker prüfen Klage

Retaxierungen von falsch ausgefüllten BtM-Rezepten haben die Apotheker auf die Palme gebracht. Jetzt prüfen die Freien Apotheker, ob sie gegen die Kassen klagen können.

BtM-Retax: Freie Apotheker prüfen Klage

Zettel sorgen für Zoff: Die Freie Apothekerschaft prüft ein Klage wegen der BtM-Retaxierungen.

© Klaro

HERXHEIM (maw). Die Freie Apothekerschaft, ein bundesweiter Verein selbstständiger Apotheker, lässt die Richtigkeit von Retaxierungen bei Betäubungsmittel-Rezepten von Seiten der Krankenkassen und die damit verbundenen Zahlungsrückbehalte bei prüfen.

Nach eigenen Angaben beauftragten die Apotheker eine Freiburger Anwaltskanzlei mit einem entsprechenden juristischen Gutachten.

Die Kanzlei soll einerseits die Erfolgsaussichten eines Vorgehens gegen die Retaxierungen prüfen und andererseits Vorschläge für eine mögliche Änderung der Rechtsgrundlage erarbeiten.

Nach Prüfung der rechtlichen Lage werde aus dem Gutachten auch eine Handlungsempfehlung für die Mitglieder des Vereins resultieren.

Offenbar habe der Gesetzgeber Interpretationsspielräume geschaffen, welche die Kassen zum Nachteil der Apotheken nutzten, moniert der Verein.

Nicht nur die Retaxierungen sind der Freien Apothekerschaft ein Dorn im Auge, sondern auch geplante Änderungen in der Apothekenbetriebsordnung.

"Der Entwurf zur neuen Apothekenbetriebsordnung, der dem Kabinett in Kürze vorgelegt wird und den Apotheken weitere untragbare Kosten aufbürden soll, ebnet den Weg für den Fremd- und Mehrbesitz", heißt es in einer Mitteilung des Vereins.

Die Freie Apothekerschaft fordere daher Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, dem Bundesgesundheitsministerium "endlich deutliche Weisungen zu geben oder diesen Bereich zur Chefsache zu machen".

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[30.12.2011, 10:13:24]
Wolfgang Eisele 
Warum
müssen eigentlich ehrenamtliche Einzelkämpfer auf eigene Kosten das machen, was eigentlich Aufgabe der ABDA (Dachvereinigung d. Apothekenverbände) ist? Schließlich kassiert sie dafür von ihren Zwangsmitgliedern jedes Jahr Millionenbeiträge. Seit Herbst, als der Retaxterror begann, ist sie auf Tauchstation, die angeblich erfolgreichen Gespräche zur neuen Betriebsordnung haben nicht die kleinste Änderung im Entwurf bewirken können. Lauter Protest? Aktionen? Fehlanzeige! Dafür gut dotierte Pöstchen für Leute, denen die Existenzsorgen ihrer Mitglieder anscheinend völlig egal sind. Zumindest solange, bis wir endlich Schlecker-, Rossmann- oder dm-Apothekenketten haben. Die zahlen nämlich mit Sicherheit keine Kammerbeiträge.
Übrigens: Die FA hat auch eine sehr erfolgreiche Unterschriftenaktion gegen den Rabattvertragswahnsinn initiiert "wir wollen die Medikamente, die unsere Ärzte verschreiben". Auch online unter freie-apothekerschaft.de zum Beitrag »

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