Ärzte Zeitung, 07.02.2012

Onkologen sind für AMNOG-Evolution

BERLIN (af). Ein klares Votum für eine Weiterentwicklung des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes haben Ärzte und Wissenschaftler bei einer Konferenz am Dienstag in Berlin abgegeben.

Onkologen sind für AMNOG-Evolution

Medikamente unter der Lupe: Onkologen fordern eine Weiterentwicklung der frühen Nutzenbewertung.

© unpict / fotolia

Die frühe Nutzenbewertung sei für die Preisfindung gut. Völlig ungeeignet sei sie allerdings, den Stand des medizinischen Wissens wiederzugeben, sagte Dr. Stephan Schmitz, Vorsitzender des Berufsverbandes der niedergelassenen Hämatologen und Onkologen (BNHO). Schmitz sprach beim Expertenforum Onkologie.

Es sei "irre", wie viel Aufwand für die Preisfindung betrieben werde. Wichtiger sei allerdings gerade in der Onkologie sicherzustellen, dass ein Medikament auch optimal eingesetzt werde.

Schmitz warnte vor Plänen, den Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) Therapiehinweise in die Arzneimittelrichtlinien schreiben zu lassen.

Hohe Fehlerrate

Die Frühbewertungen seien mit einer hohen Fehlerrate belastet, betonte Professor Gerhard Ehninger, Geschäftsführender Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO). Zum Zeitpunkt der Zulassung eines Medikamentes sei die Evidenz über die Wirksamkeit noch dünn, ergänzte Professor Wolf-Dieter Ludwig, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft.

Drei Onkologika sind derzeit unter den 24 Verfahren der Nutzenbewertung beim Institut für Wirtschaftlichkeit und Qualität im Gesundheitswesen (IQWiG).

Lesen Sie dazu auch:
Frühe Nutzenbewertung - lernfähiges System?

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