Ärzte Zeitung online, 15.07.2012

Spionierte US-Behörde FDA kritische Forscher aus?

WASHINGTON (dpa). Die für die Arzneimittel-Kontrolle zuständige US-Behörde FDA hat nach einem Zeitungsbericht im Jahr 2010 eine groß angelegte Spähaktion gegen kritische eigene Wissenschaftler ausgeführt.

Tausende private E-Mails von insgesamt 21 Angestellten an Kongressmitglieder, Rechtsanwälte, Journalisten und sogar an Präsident Barack Obama seien mit Hilfe von Spionage-Computersoftware heimlich mitgelesen worden. Das meldete die "New York Times" online am 15. Juli.

Die FDA (Food and Drug Administration) habe damit eine mutmaßliche "Kollaboration" von internen und externen Gegnern zur Verbreitung "diffamierender Informationen" über die Behörde verhindern wollen.

Ausgangspunkt sei ein bitterer jahrelanger Disput zwischen ursprünglich fünf Wissenschaftlern und ihren Vorgesetzten gewesen. Die Angestellten hätten der Behörde vorgeworfen, aufgrund fehlerhafter Prozeduren Röntgengeräte für Mammografien und Darmuntersuchungen zugelassen zu haben, die Patienten gefährlicher Strahlung ausgesetzt hätten.

Die Spähaktion habe sich dann immer stärker ausgeweitet, berichtete die Zeitung, die nach eigenen Angaben bei der Operation gewonnene Dokumente einsah.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Bekommen Kinder O-Beine durch Sport?

Zu O-Beinen neigen offenbar viele Kinder, die bestimmte Sportarten betreiben. Dabei wirkt die einseitige Druckbelastung im Knie als Wachstumsbremse, vermuten Forscher. mehr »

Neue Leitlinie zum Kopfschmerz durch Schmerzmittel-Übergebrauch

Schmerzmittel können vorbestehende Kopfschmerzen verstärken und chronifizieren - wenn man sie zu oft, zu lange oder zu hoch dosiert einnimmt. Eine neue Leitlinie zeigt auf, wie Ärzte solchen Patienten helfen können. mehr »

Nicht nur zu viel LDL-C ist schädlich

Atherosklerose entsteht offenbar nicht nur, wenn zu viel LDL-Cholesterin im Blut zirkuliert. Der Aufbau der Partikel scheint ebenfalls eine wichtige Rolle zu spielen – und hier lässt sich therapeutisch eingreifen, wie Wissenschaftler zeigen. mehr »