Ärzte Zeitung, 13.08.2012

Im ersten Halbjahr

Arzneiausgaben steigen um 2,7 Prozent

Die Entwicklung der Arzneiausgaben liegt von Januar bis Juni mit 2,7 Prozent fast im Rahmen der Zielmarke (2,4 Prozent), die von Kassen und KBV vereinbart wurde.

Arzneiausgaben steigen im ersten Halbjahr um 2,7 Prozent

FRANKFURT/MAIN (fst). Im Juni haben Vertragsärzte Arzneimittel und Testdiagnostika für 2,39 Milliarden Euro verordnet. Das entspricht einem Anstieg von 5,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal, meldet das Beratungsunternehmen IMS Health.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Juni einen Arbeitstag mehr hatte als im Vorjahr. Im Mai waren die Ausgaben - bedingt durch weniger Arbeitstage als 2011 - noch um 4,4 Prozent gesunken.

Anstieg um 388 Millionen Euro

Auf das erste Halbjahr 2012 gesehen sind die Ausgaben moderat um 2,7 Prozent auf 14,644 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gestiegen, das entspricht einem Plus von 388 Millionen Euro.

Berücksichtigt bei dieser Zahl sind die von Arzneimittelherstellern und Apotheken zu leistenden Zwangsrabatte, nicht dagegen Einsparungen aus Rabattverträgen und Patientenzuzahlungen.

Nur geringfügig hat mit 0,6 Prozent die Zahl der abgegebenen Packungen zugenommen und betrug im ersten Halbjahr 340,13 Millionen. Allerdings setzte sich der Trend zur Verordnung größerer Packungen fort.

Zum einen ergibt sich dies aus der wachsenden Bedeutung von Rabattverträgen, da Vertragsärzte in diesem Fall häufiger N2- und N3-Packungen verordnen. Zum anderen hat der Verordnungsgeber Bestimmungen zur Packungsgröße verändert.

Seitdem können Packungen auch dann ausgetauscht werden, wenn sich nicht exakt größenidentisch sind.

Kassen sparen 1,2 Milliarden Euro durch Zwangsrabatte

In der ersten Jahreshälfte addieren sich die Einsparungen der Kassen durch Zwangsrabatte, die pharmazeutische Hersteller leisten müssen, auf über 1,2 Milliarden Euro. Hinzu kommen noch einmal Preisnachlässse von rund 200 Millionen Euro, die Hersteller den privaten Krankenversicherungen gewähren müssen.

Die Rabatte, die Apotheken der GKV für rezeptpflichtige Präparate zu gewähren haben, betragen bislang rund 600 Millionen Euro. Der Sparbeitrag des Großhandels beläuft sich im ersten Halbjahr nach Hochrechnungen von IMS Health auf 100 Millionen Euro.

Ohne diese Rabatte hätten die Kassen somit insgesamt 16,9 Milliarden Euro für Arzneimittel zahlen müssen.

Topics
Schlagworte
Arzneimittelpolitik (7167)
Organisationen
IMS Health (342)
KBV (6712)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Wenn Einsamkeit krank macht

Ein Alterspsychotherapeut warnt: Ältere Männer sind besonders häufig suizidgefährdet. Einsamkeit ist ein Grund dafür. mehr »

Diabetes-Experten sind besorgt

Schon bald könnten mehr Lebensmittel "schlechten Zucker" enthalten. Für die Industrie wird der Einsatz von Isoglukose profitabler. mehr »

PKV bekennt sich zur Innovationsoffenheit

Wird es mit der neuen GOÄ erschwert, Privatpatienten neue Leistungen anzubieten? Vom PKV-Verband kommt dazu ein klares Dementi. mehr »