Ärzte Zeitung, 29.08.2012

Arznei-Check

Hausärzte holen PKV ins Boot

Eine bessere Arzneitherapie, vor allem für Chroniker, und gleichzeitig Geld bei Medikamenten sparen - das können Hausärzte zukünftig bei Privatversicherten der Axa und Gothaer.

Hausärzte helfen Privatversicherten bei Arzneitherapie

Ein Hausarzt prüft gezielt die Arzneimittel - das ist für Privatpatienten bei Axa und Gothaer möglich.

© N-Media-Images / fotolia.com

KÖLN (iss/HL). Die privaten Krankenversicherer Axa und Gothaer bieten ihren Vollversicherten bundesweit eine optimierte Arzneimitteltherapie in der Hausarztpraxis an.

Dazu weiten die Unternehmen zum 1. September ihre Kooperation mit der Hausärztlichen Vertragsgemeinschaft (HÄVG) von Nordrhein auf das Bundesgebiet aus.

Das Vertragspaket enthält zwei Komponenten:

Einen "Arzneimittel-Check" für Patienten, die dauerhaft mehr als sechs verschreibungspflichtige Arzneimittel erhalten. Dafür können einmal jährlich 87,73 Euro abgerechnet werden; muss eine Bezugsperson des Patienten eingebunden werden, erhöht sich das Honorar um 44,88 Euro.

Die "Pharmaberatung" zielt darauf ab, Patienten auf preisgünstige Präparate, etwa Rabatt-Arzneimittel, umzustellen. Die Leistung kann zweimal jährlich mit je 26,22 Euro abgerechnet werden.

In beiden Fällen gilt Kostenerstattung; Leistungen müssen den Patienten in Rechnung gestellt werden, sie werden aber voll erstattet.

Gute Erfahrungen in Nordrhein gesammelt

Gerade für Kunden, die viele Medikamente einnehmen, sei eine gezielte Arzneimittelprüfung durch den Arzt wichtig, sagt Michael Kurtenbach, Vorstand der Gothaer Kranken.

Seit einem Jahr gibt es das Angebot in Nordrhein. "Die Erfahrungen waren so ermutigend, dass wir es jetzt ausrollen wollen", sagt Thomas Michels, Vorstand der Axa Kranken, der "Ärzte Zeitung". Die Initiatoren hoffen auf einen Schub durch die Ausweitung.

Der bundesweite Ansatz erleichtert die Information der Versicherten. Zudem ist die Axa nach Angaben von Michels eine Kooperation mit der CompuGroup eingegangen: Die Praxissysteme der Gruppe werden den Ärzten langfristig anzeigen, bei welchem Unternehmen ein Privatpatient versichert ist.

Die HÄVG, so deren Chef Eberhard Mehl, strebt langfristig die Zusammenarbeit mit weiteren PKV-Unternehmen an. "Für eine gewisse Zeitspanne konzentrieren wir uns auf Axa und Gothaer."

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Welcher Sport tut den Gefäßen gut?

Sportliche Menschen scheinen anfälliger für atherosklerotische Koronarveränderungen zu sein als faulere. Neue Studiendaten legen nahe, dass dabei die Sportart von Bedeutung ist. mehr »

Wie Fitness das Alter beeinflusst

„Man ist so alt, wie man sich fühlt“, sagt der Volksmund. US-Forscher bestätigen dies in einer Studie: Sie haben mit einem Belastungstest das physiologische Alter von Patienten ermittelt. mehr »

Wenn Gesunde freiwillig Patienten werden

Bei der Lebendorganspende werden Interessen schwer kranker Patienten mit denen eines gesunden Spenders abgewogen. Ist das Gesetz hier zu restriktiv? mehr »