Ärzte Zeitung, 10.10.2012

Apothekertag

Das Verlangen nach mehr Geld

Nicht nur die Ärzteschaft ringt ums Honorar, auch die Apotheker rufen nach besseren Einkommen. Auf dem Apothekertag in München wird die "Vergütungsgerechtigkeit" zentrales Thema sein.

Apotheker bekräftigen Forderung nach mehr Geld

Offen Türen: Die rennt man bei Apothekern mit der Forderung nach mehr Honorar ein.

© Lukas Coch / imago

MÜNCHEN (cw). Am Donnerstag beginnt in München das alljährliche Apothekertreffen. Der Apothekertag steht unter dem Eindruck anhaltender Diskussionen um mehr Geld für die bundesweit fast 21.000 Offizinbetreiber.

Zwar hatte die Bundesregierung kürzlich eine Anhebung des fixen Packungs-Honorars für die Abgabe eines verschreibungspflichtigen Arzneimittels von 8,10 auf 8,35 Euro beschlossen. Das gilt ab 2013, ist den Apothekern aber zu wenig.

"Wir fordern Vergütungsgerechtigkeit", so Heinz-Günter Wolf, Präsident der Apothekervereinigung ABDA, zur Eröffnung des Apothekertages.

"Das reale Einkommen der Apotheken sinkt. Dem seit fast einem Jahrzehnt unveränderten Apothekerhonorar stehen steigende Sach- und Personalkosten gegenüber. Die jetzt vorgesehenen Verbesserungen reichen nicht hin und nicht her."

Außer einer geplanten Aufstockung der Vergütung für Nacht- und Notdienste gibt es momentan jedoch keine weitere politische Option auf mehr Geld.

Kassenabschlag - Abschaffung illusorisch

Demnach wird sich die Branche beim Apothekertag vor allem selbst Mut zusprechen für das bevorstehende Tauziehen mit dem GKV-Spitzenverband über die leistungs- und kostengerechte Anpassung des Kassenabschlags.

Dessen komplette Abschaffung, wie zuletzt vom Hessischen Apothekerverband (HAV) gefordert, gilt jedoch als völlig illusorisch. Aktuell liegt der Abschlag, den Apotheken den Kassen pro Packung rückvergüten müssen, bei 2,05 Euro. Für 2013 ist er neu zu verhandeln.

Einer Hochrechnung der ABDA zufolge wird Ende 2012 mit 20.922 öffentlichen Apotheken der niedrigste Stand seit 1994 (20.903 Apotheken) erreicht sein; ein weiteres Argument, das zu Gunsten einer auskömmlicheren Alimentierung ins Feld geführt wird.

ABDA-Chef Wolf: "Wir wollen auch in Zukunft für die Menschen in diesem Land da sein". Im europäischen Vergleich der Apothekendichte liegt Deutschland nach wie vor sehr stabil im Mittelfeld.

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