Ärzte Zeitung, 10.12.2012

Ärzte-Umfrage

Rote-Hand-Brief gerne per Mail

Eine Umfrage zeigt: Ein Großteil der Ärzte hat keine Einwände gegen eine elektronische Versendung der Rote-Hand-Briefe.

AACHEN. Der überwiegende Teil der Ärzte steht dem elektronischen Versand von "Rote-Hand-Briefen" aufgeschlossen gegenüber. Das ergab eine Befragung von 1413 niedergelassenen Ärzten.

Der Postversand im Umschlag mit der "Roten Hand" ist seit Jahrzehnten der übliche Weg, auf dem Ärzte über neu bekannt gewordene Arzneimittelrisiken informiert werden.

Die Frage, ob die elektronische Übermittlung sich als Alternative zur Papierform eignet, beschäftigt seit einiger Zeit die Arbeitsgruppe "Risikokommunikation" des Verbandes forschender Arzneimittelhersteller (vfa).

Diese wollte daher in einer Befragung von niedergelassenen Ärzten herausfinden, in welchem Umfang die Praxen Zugang zum Internet haben und wie die Ärzte die Übermittlung von "Rote-Hand-Briefen" über diese Medien bewerten.

Die Umfrage wurde in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Aachen und mit Unterstützung der Branchenverbände der pharmazeutischen Industrie vorgenommen. Der im Rahmen einer Bachelor-Arbeit entwickelte Fragebogen ging per Post an eine Stichprobe von 17.000 Ärzten.

Mehrheit hält Umstellung auf elektronischen Versand sinnvoll

Wie Dr. Willibert Franzen (Takeda Pharma) für die Arbeitsgruppe berichtet, wurden daraus 1413 auswertbare Rückläufe erhalten. Internetzugang im Praxisbereich haben nach eigenen Angaben 82,7 Prozent der Befragten.

Knapp 76 Prozent der Praxen mit Internetzugang sind bereit, ihre E-Mail-Adresse zur Versendung elektronischer Rote-Hand-Briefe zur Verfügung zu stellen, rund 20 Prozent lehnen das ab.

Die Mehrheit von 51,4 Prozent hält eine Umstellung auf den Versand in elektronischer Form für sinnvoll, 15,2 Prozent waren noch unentschieden und 33,4 Prozent lehnten diese Form der Versendung ab.

Von den Befragten sind 43,3 Prozent dafür, Rote-Hand-Briefe ausschließlich per E-Mail zu erhalten, 32 Prozent bevorzugen die herkömmliche Post-Versendung und 24,5 Prozent votieren für den Versand auf beiden Wegen, also per Post und per E-Mail. (eb)

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Arzneimittelpolitik (7167)

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