Ärzte Zeitung, 01.04.2013

Festbeträge

Bahr stärkt Diabetikern den Rücken

BERLIN. Diabetikern bleibt eine zwangsweise Therapieumstellung von Insulin-Analoga auf Humaninsulin vorläufig erspart.

Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hat am Donnerstag einen Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) beanstandet, der das zur Folge gehabt hätte.

Nachdem der G-BA mit Beschluss vom 21. Februar die Insuline in Festbetragsgruppen eingeordnet hatte, hätten betroffene Diabetiker die Preisdifferenz zwischen Humaninsulin und den teureren Analoga tragen müssen.

Festbeträge blieben das Mittel der Wahl, sagte eine Sprecherin des Ministeriums am Montag der "Ärzte Zeitung". Um die Versorgung von Diabetikern zu sichern, sei eine Ausnahme von der Festbetragsregel notwendig.

Der G-BA kann gegen den Beschluss klagen. (af)

[02.04.2013, 19:51:23]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
@ Dr. Peter M. Schweikert-Wehner
Lieber Herr Kollege Schweikert-Wehner,
bei allem Respekt, den ich für Ihre diabetologische Arbeit habe - nach unserem im Grundgesetz verankerten Benachteiligungsverbot und dem im Sozialrecht positiv formulierten gesellschaftlichen Teilhabegebot ist die Erleichterung für unsere Insulin-pflichtigen Diabetiker durch LZ-Insuline und/oder Kombinationen mit oralen Antidiabetika bzw. NPH-Insulinen auch und insbesondere für den Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) verpflichtend. Es sei denn, dieser wolle sich außerhalb des Gesetzes stellen. Und genau an dieser Stelle hat Bundes-Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) nachgehakt.

Bedenken Sie bitte, dass die Einmal-Injektion eines Langzeit-Insulins gegenüber 2-3 maligen tgl. Injektionen die Risiken, Nebenwirkungen, Folgen und Komplikationen zumindest halbieren könnte. Dann muss die GKV- und PKV-Versichertengemeinschaft n i c h t zuzahlen. Und wir Ärzte müssen es auch nicht zusätzlich in unser gedeckeltes Gesamtbudget packen.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund zum Beitrag »
[02.04.2013, 15:01:56]
Dr. Peter M. Schweikert-Wehner 
Schade aber ist halt nicht populär
Mit Human- und Verzögerungsinsulinen kann jeder Diabetiker Leitliniengerecht eingestellt werde. Wenn jemand ohne Spritz-Ess-Abstand zur Mahlzeit arbeiten will und das Langzeitinsulin lieber 1 mal statt 2 mal täglich spritzen möchte, warum soll sie/er dann nicht zuzahlen? (Der Spritz-Ess-Abstand ist bei Normalinsulin wahrscheinlich sowieso überflüssig). Bin froh, dass ich mich nicht der Protestwelle in den letzten Wochen angeschlossen habe. Da sieht man mal was für ein Quatsch dabei rauskommt. zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Hüpfen und Einbeinstand halten fit

Hüpfen, Treppensteigen oder auf einem Bein Zähneputzen: Mit bewussten, einfachen Übungen können alte Menschen ihre Beweglichkeit erhöhen und die Sturzgefahr senken. mehr »

Gala mit Herz und Verstand

Mit einer festlichen Gala hat Springer Medizin pharmakologische Innovationen und ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet. Die Preisträger vermittelten Hoffnung auf Heilung und auf Hilfe, hieß es am Donnerstagabend. mehr »

Das sind die Gewinner des Galenus-von Pergamon-Preises 2017

Mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis, der auch international große Anerkennung findet, wurden erneut Exzellenz in der deutschen pharmakologischen Grundlagenforschung und die Entwicklung innovativer Arzneimittel gekürt. mehr »