Ärzte Zeitung, 11.04.2013
 

Wegen Erkältungswelle

Mehr Medikamenten-Packungen verkauft

Nach dem Ausgabensprung im Januar ist bei den Ausgaben für die Arzneimittel wieder Ruhe eingekehrt. Gestiegen ist hingegen die Zahl der verkauften Arzneipackungen.

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FRANKFURT/MAIN. Die Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Krankenkassen liegen nach dem deutlichen Anstieg zu Jahresbeginn wieder auf Vorjahresniveau.

Im Februar haben Vertragsärzte Arzneimittel und Impfstoffe im Wert von 2,408 Milliarden Euro zu Lasten der Kassen verordnet, meldet das Beratungsunternehmen IMS Health. Damit liegen die Ausgaben fast auf dem Niveau des Vorjahresmonats (plus 0,5 Prozent).

Berücksichtigt in dieser Zahl sind die Apothekenverkaufspreise, von der die Zwangsrabatte für Pharmahersteller und Apotheken bereits abgezogen sind. Patientenzuzahlungen und Rabatte bleiben in dieser Berechnung dagegen außen vor.

Im Januar hatte ein Nachholeffekt in Folge der Abschaffung der Praxisgebühr einen Ausgabensprung von fast acht Prozent verursacht.

Umsatzsprung bei Grippe-Impfstoffe

Signifikant hat sich trotz stagnierender Ausgaben der Absatz von Packungen erhöht, und zwar um 3,5 Prozent. Hier zeigen sich die Auswirkungen der Erkältungswelle im Februar. Darauf deutet die Analyse ausgewählter Arzneigruppen von IMS Health hin.

So stiegen beispielsweise die Ausgaben bei Expectorantien oder Antiinfektiva um 28,1 Prozent, bei Macroliden und vergleichbaren Substanzen betrug der Zuwachs sogar 31 Prozent.

Ähnlich die Entwicklung bei Impfstoffen: Bei Gesamtausgaben von etwa 45,8 Millionen Euro ist der Markt im Vergleich zum Februar 2012 um 3,3 Prozent rückläufig. Allein Grippe-Impfstoffe verbuchen einen Umsatzsprung von 54,7 Prozent.

665 Millionen Euro an Zwangsabschlägen

Bedingt durch den ausgabenstarken Januar beträgt die Steigerungsrate in den ersten beiden Monaten 4,2 Prozent bei Gesamtausgaben von 5,12 Milliarden Euro. Die Menge der abgegebenen Packungen steigt in dem Zeitraum noch kräftiger, und zwar um 6,7 Prozent.

Die Zwangsabschläge von Herstellern und Apotheken addieren sich seit Jahresbeginn auf 665 Millionen Euro. Für Pharmahersteller steigen die Abschläge zugunsten der GKV um 0,8 Prozent auf 407 Millionen Euro. Die PKV profitiert mit 71 Millionen Euro von Abschlägen der Hersteller.

Bei Apotheken sorgt der Trend zur Verschreibung größerer Packungen dafür, dass die Abschlagssumme sinkt. Sie hat im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 9,4 Prozent auf 187 Millionen Euro abgenommen. (fst)

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