Ärzte Zeitung, 11.09.2013
 

Arzneien

Im Juli wieder höhere Ausgaben

Die Entwicklung der GKV-Ausgaben für Arzneimittel folgt einem wiederkehrenden Muster: Nach zwei Monaten mit moderatem Wachstum ist der Juli wieder ein ausgabenstarker Monat gewesen.

Von Florian Staeck

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FRANKFURT/MAIN. Nach zwei Monaten mit schwachem Wachstum haben die GKV-Ausgaben für Arzneimittel im Juli wieder deutlich zugelegt.

Vertragsärzte haben in diesem Monat für 2,86 Milliarden Euro Arzneimittel und Impfstoffe verordnet, berichtet das Beratungsunternehmen IMS Health. Das entspricht einem Zuwachs von 9,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Die Zwangsrabatte für Pharmahersteller und Apotheken sind in dieser Zahl bereits berücksichtigt, Einsparungen aus Rabattverträgen und Patientenzuzahlungen nicht.

Im Mai und Juni hatten die Ausgaben nur moderat mit 2,4 und 1,8 Prozent zugelegt. Das deutliche Ausgabenplus im Juli folgt dabei dem Muster der vorhergehenden Monate: IMS Health sieht zum einen die regelmäßig wiederkehrende Bedarfsdeckung mit Medikamenten bei chronisch kranken Versicherten als einen Grund für das Auf und Ab der Ausgaben.

Das spiegelt sich auch in der Menge abgegebener Packungen wider, die im Juli um 4,8 Prozent höher lag als im Vorjahreszeitraum. Zum anderen muss berücksichtigt werden, dass der Juli einen Arbeitstag mehr gehabt hat als der Vorjahresmonat.

2,2 Milliarden Euro an Zwangsrabatten

Von Januar bis Juli haben die Kassen 18,46 Milliarden Euro für Arzneimittel und Impfstoffe ausgegeben. Das sind 4,8 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2012.

Anders sieht die Entwicklung aus, wenn allein der Impfstoffmarkt berücksichtigt wird. Hier stagnieren die Ausgaben mit 441,9 Millionen Euro gegenüber dem Vergleichswert 2012.

Seit Jahresbeginn haben sich die Zwangsrabatte von Pharmaindustrie und Apotheken auf 2,2 Milliarden Euro addiert.

Dabei ergeben sich allerdings gegenläufige Entwicklungen. Für die Arzneimittelhersteller haben sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum die Rabatte um vier Prozent auf 1,5 Milliarden Euro erhöht. Allein der Juli schlägt aufgrund des Umsatzzuwachses mit 239 Millionen Euro zu Buche (Vorjahr: 215 Millionen Euro).

Die Zwangsabgabe zugunsten der PKV blieb mit 255 Millionen Euro unverändert. Für Apotheken hat der Zwangsrabatt um über elf Prozent auf 651 Millionen Euro abgenommen.

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