Ärzte Zeitung, 09.04.2014

Arzneimarkt

Sieben Prozent Umsatzplus bei Antidiabetika

Der Markt für Antidiabetika hat sich 2013 nach Umsatz dynamisch entwickelt, meldet IMS Health. Humaninsuline und Analoga bleiben die führenden Therapeutika.

FRANKFURT/MAIN. Der Umsatz von Antidiabetika im deutschen Apothekenmarkt hat im vergangenen Jahr um sieben Prozent auf 1,45 Milliarden Euro zugenommen. Dagegen ist die Menge der abgegebenen Packungen mit 32,5 Millionen praktisch unverändert im Vergleich zu 2012 geblieben, berichtet das Beratungsunternehmen IMS Health.

Allerdings haben sich die verschiedenen Teilgruppen sehr heterogen entwickelt. Patentgeschützte Präparate, die nunmehr 93 Prozent des gesamten Umsatzes repräsentieren, legten um 7,9 Prozent zu, Generika (sechs Prozent des Umsatzes) verloren hingegen um sieben Prozent.

Präparate nach Ablauf des Patentschutzes, die lediglich ein Prozent des Umsatzes generieren, büßten sogar 19,5 Prozent ein. Zugrunde gelegt bei diesen Daten ist der Umsatz auf Basis des Apothekenverkaufspreises reduziert um die Zwangsrabatte für Hersteller sowie die Einsparungen aus Rabatten durch Erstattungsbeträge.

Ähnlich sieht das Bild bei der Absatzentwicklung aus: Patentgeschützte Präparate, auf die 54 Prozent der abgegebenen Packungen entfallen, legten um 5,4 Prozent zu, Generika (44 Prozent des Absatzes nach Packungen) verloren um 4,8 Prozent. Altoriginale , die noch zwei Prozent des Absatzes ausmachen, verzeichneten einen Rückgang von 16,4 Prozent.

Humaninsuline und Analoga sind nach Wert (61 Prozent) und Menge (40 Prozent) die führenden Therapeutika, berichtet IMS Health. Mit deutlichem Abstand auf den Plätzen 2 und 3 rangieren DPP-4-Hemmer (26 Prozent Umsatz, zwölf Prozent Absatz) sowie GLP-1-Antagonisten (sechs Prozent Umsatz, ein Prozent Absatz).

Jede dritte abgegebene Packung war ein Biguanid (Metformin) - die "First-line"-Therapie bei Typ-2-Diabetikern. Zugleich stand diese Präparategruppe nur für zwei Prozent des Umsatzes. Der übrige Umsatz und Absatz im Apothekenmarkt entfiel auf Sulfonylharnstoffe, Glinide, Glitazone, Alphaglukose-Hemmer sowie sonstige Antidiabetika.

Zum Vergleich: Der Gesamtmarkt in Apotheken mit Arzneimitteln, Impfstoffen und Testdiagnostika ist 2013 um vier Prozent auf 26,7 Milliarden Euro gewachsen. Auch hier legten geschützte Originalpräparate mit 12,6 Prozent (11,5 Milliarden Euro) am stärksten zu. (fst)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchesters bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »

Wird die Apple Watch zum Herzrhythmus-Monitor?

Die neue Smartwatch von Apple verfügt über einen EKG-Sensor. Über eine weitere App erkennt sie Vorhofflimmern. Wie sehen mögliche Einsatzszenarien aus? mehr »

Abtreibungsgegner darf Ärzte nicht Mörder nennen

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat einem katholischen Abtreibungsgegner Grenzen für Kritik an Ärzten aufgezeigt, die Schwangerschaftsabbrüche anbieten. mehr »