Ärzte Zeitung online, 20.05.2014

Grippe-Impfstoffe

Sechs Ärzteverbände wollen Ausschreibungsstopp

Die Lieferausfälle bei Grippeimpfstoffen in der Vergangenheit haben nicht nur Ärzte und ihre Patienten vergrätzt - sie mindern auch die Akzeptanz dieser Impfung. Sechs Ärzteverbände fordern eine Abkehr von der bisherigen Ausschreibungspraxis der Kassen

BERLIN. Sechs Ärzteverbände haben gefordert, Ausschreibungen für Grippeimpfstoffe zu stoppen.

In einer gemeinsamen Erklärung sehen die Berufsverbände der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Frauenärzte, HNO-Ärzte, Internisten (BDI), der Pneumologen (BdP) sowie der NAV-Virchow-Bund in den Lieferproblemen einen Grund für die zurückgehende Akzeptanz dieser Impfung.

Weiterhin verweisen die Verbände darauf, dass es mittlerweile ganz unterschiedliche Impfstoffe gibt. Erwähnt wird ein tetravalenter Impfstoff, der von Reisemedizinern empfohlen wird, ein als Nasenspray verabreichter Impfstoff für Kinder von zwei bis sechs Jahren oder etwa Impfstoff für Schwangere, die keine Konservierungsstoffe enthalten. All diese Aspekte würden von den bisherigen Ausschreibungen der Kassen nicht berücksichtigt.

Das Thema scheint, über Grippevakzine hinaus, bei Koalitionspolitikern angekommen zu sein. In einem Änderungsantrag zur GKV-Finanzreform wird verlangt, dass Krankenkassen Zuschläge an mindestens zwei Hersteller erteilen müssen. So soll das Problem der Lieferausfälle gemildert werden. (fst)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Ausreichend Folsäure schützt Hypertoniker vor Schlaganfall

Bestimmte Hypertoniker sollten auf eine gute Folsäureversorgung achten. Dadurch können sie ihr Schlaganfallrisiko deutlich senken. mehr »

Feinsinnige Geister und Antisemiten

Ein neues Buch beleuchtet die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin während des Nationalsozialismus. Am Fallbeispiel Emil von Bergmann erkennen Leser, wie zwiegespalten die DGIM-Mitglieder waren. mehr »

Saunieren schützt vor Schlaganfall

Möglicherweise beugt häufiges Saunieren Hirninfarkten vor. In einer finnischen Studie war die Schlaganfallrate bei Saunafans um 60 Prozent reduziert - dafür mussten Saunagänger aber einen Faktor beherzigen. mehr »