Ärzte Zeitung online, 18.06.2015

Januar bis April 2015

Arzneiausgaben legen um sieben Prozent zu

FRANKFURT/MAIN. Von Januar bis einschließlich April sind die Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung um sieben Prozent gestiegen. Sie legten um knapp 800 Millionen Euro auf 11,89 Milliarden Euro zu, meldet das Beratungsunternehmen IMS Health.

Basis dieser Zahlen sind die Apothekenverkaufspreise, bei denen Herstellerzwangsrabatte und Rabatte aus Erstattungsbeträgen bereits abgezogen sind. Nicht berücksichtigt sind Impfstoffe sowie Einsparungen aus Rabattverträgen nach Paragraf 130 a SGB V. Die Menge abgegebener Packungen legte im ersten Jahresdrittel um knapp drei Prozent zu.

Teils starke Zuwächse verzeichneten ohnehin umsatzstarke Arzneigruppen. Insbesondere die Ausgaben für neue Medikamente gegen Hepatitis C schossen um 252 Prozent auf 550 Millionen Euro in die Höhe. Allerdings ist der Vergleich artifiziell, weil einige der Präparate noch nicht ein Jahr auf dem Markt sind.

Den zweithöchsten Steigerungswert weisen Proteinkinasehemmer mit einem Zuwachs von 13 Prozent auf. Weniger stark haben Immunmodulatoren (Anti-THF-Produkte) mit neun und Immunsuppressiva mit acht Prozent zugelegt. Insgesamt registriert IMS Health für diese umsatzstarken Präparategruppen ein Plus von durchschnittlich 17 Prozent.

Die verpflichtenden Abschläge von Herstellern und Apotheken zu Gunsten der GKV addieren sich im ersten Jahresdrittel auf 1,1 Milliarden Euro.

Davon entfallen 759 Millionen Euro auf die Hersteller und 382 Millionen auf die Apotheken. Die PKV-Unternehmen haben im gleichen Zeitraum von gesetzlich vorgeschriebenen Nachlässen in Höhe von 130 Millionen Euro profitiert. (fst)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Was Patienten ihrem Arzt verschweigen

Als Arzt muss man damit rechnen, dass Patienten nicht alle gesundheitsrelevanten Infos offenlegen. Wann und warum sie diese verheimlichen, haben Psychologen analysiert. mehr »

Möglicher Prognosemarker entdeckt

Forscher haben einen Biomarker entdeckt, der bei Prostatakrebs-Patienten früh auf einen aggressiven Verlauf hinweisen könnte – und ein Computermodell entwickelt, das bei der Vorhersage hilft, wie sich der Tumor entwickelt. mehr »

Gewichtheben enttarnt Koronaranomalie

Krafttraining zur KHK-Prävention: Das funktionierte bei einem jungen Gewichtheber – allerdings auf unvorhergesehene Weise. mehr »