Ärzte Zeitung online, 01.09.2016

Kostendämpfung

Barmer fordert weitere Begrenzung der Arzneimittelausgaben

Gesundheitsminister Gröhe will zur Kostendämpfung bei Arzneimitteln eine Umsatzschwelle von 250 Millionen Euro für ein Präparat im ersten Jahr einführen. Die Barmer GEK dagegen fordert eine noch schärfere Begrenzung.

BERLIN. Der Vorstandsvorsitzende der Barmer GEK, Christoph Straub, hat eine schärfere Begrenzung des Ausgabenanstiegs bei den Arzneimitteln gefordert. Dafür müsse die sogenannte Umsatzschwelle von 250 Millionen Euro auf 50 Millionen Euro gesenkt werden, sagte Straub.

Im ersten Jahr der Markteinführung eines Präparates kann der Hersteller den Preis grundsätzlich selbst festlegen. In diesem Zeitraum wird zwischen Hersteller und gesetzlicher Krankenversicherung (GKV) - orientiert am Zusatznutzen des Mittels - ein Erstattungsbetrag ausgehandelt, der in der Regel deutlich unter dem Preis des Herstellers liegt.

Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) will nun zur Kostendämpfung bei Arzneimitteln eine Umsatzschwelle von 250 Millionen Euro für ein Präparat im ersten Jahr einführen. Sobald das Mittel diese Schwelle erreicht hat, gilt von diesem Zeitpunkt an rückwirkend der niedrigere Erstattungsbetrag.

Straub sagte nun: "Eine Schwelle bei 250 Millionen Euro würde bedeuten, dass von den 36 neuen Wirkstoffen, die im letzten Jahr zugelassen wurden, nur drei unter diese Regelung gefallen wären. Das ist das ein bisschen wenig."

Man sollte die Schwelle besser bei 50 Millionen Euro ansetzen. Dann würden wenigsten 12 der 36 Wirkstoffe unter diese Grenze fallen. "Dann wäre das ein Instrument, das im Blick auf die Gesamtfinanzlage der GKV sinnvoll wäre." (dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[02.09.2016, 11:44:08]
Dr. Henning Fischer 
KBV fordert Abschaffung der Honorarbudgets für Kassenärzte

hat nur bisher niemand mitbekommen.

Oder hats die KBV einfach vergessen?

Die Pressestellen der Krankensparkassen sind einfach viel besser.

 zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Der Albtraum vom Nicht-Schlafen

Schlaflosigkeit lässt sich kaum nachweisen. Forscher zeigen: Schlaflose Nächte finden oft nur im Traum statt. Das macht sie nicht weniger belastend, ermöglicht aber neue Therapien. mehr »

Ärztenetze sollen Arztsitze erwerben können

Die Gesundheitsminister wollen Ärztenetze stärken. Keine Mehrheit auf ihrer Konferenz fand der Vorschlag, die Budgets in der vertragsärztlichen Versorgung abzuschaffen. mehr »

Das Kassenpolster wächst und wächst

Die Kassen der Krankenkassen füllen sich weiter: Im ersten Quartal 2018 steht ein Überschuss von über 400 Millionen Euro zu Buche. Zudem fällt das Jahresergebnis für 2017 viel besser aus als gedacht. mehr »