Ärzte Zeitung, 04.10.2016

Vorgaben für 2017

Kostenrahmen für Hepatitis C wird halbiert

Die Erwartung hoher Mehrausgaben für neue Arzneien hat sich dieses Jahr nicht bestätigt.

BERLIN. Die zusätzlichen Ausgaben für neue Medikamente zur Behandlung von Hepatitis C-Patienten sind niedriger als erwartet ausgefallen. Das geht aus den Rahmenvorgaben hervor, die KBV und Kasen für die Arzneimittelausgaben im kommenden Jahr getroffen haben.

Festgelegt worden ist dabei ein Zuwachs von 3,3 Prozent im Vergleich zum laufenden Jahr. Das entspricht Mehrausgaben von rund einer Milliarde Euro.

Stark geschrumpft ist das Sonderausgabenvolumen für Hepatitis C-Medikamente. 2017 sind dafür 500 Millionen Euro vorgesehen. Für 2016 betrug das Sondervolumen ursprünglich 1,4 Milliarden Euro. Dieses ist von den Vertragspartnern rückwirkend auf 700 Millionen Euro gesenkt worden.

Rückgang von 0,4 Prozent bei der Preisentwicklung angenommen

Für die Festlegung der Rahmenvorgabe werden mehrere Faktoren berücksichtigt: Bei der Preisentwicklung der Arzneimittel wird ein Rückgang von 0,4 Prozent im kommenden Jahr angenommen. Beim Einsatz innovativer Arzneimittel wird eine Ausgabensteigerung von 3,2 Prozent unterstellt.

Bei der Verlagerung zwischen den Leistungsbereichen beträgt die Anpassung plus 0,5 Prozent. Alle weiteren Parameter (Altersstruktur der Versicherten, Vereinbarungen zu indikationsbezogenen Zielvereinbarungen und Wirtschaftlichkeitsreserven) müssen regional auf KV-Ebene vereinbart werden.

Bei Heilmitteln fällt die Steigerung mit 4,9 Prozent höher aus. Grund dafür seien vor allem die erweiterten Diagnoselisten bei besonderen Verordnungsbedarfen und neue Regeln zum langfristigen Heilmittelbedarf von Patienten. Für 2016 ist die Rahmenvorgabe rückwirkend um 1,5 Prozentpunkte erhöht worden.

Grund dafür sind die zum 1. April 2016 erstmals festgesetzten Mindestpreise für die Heilmittelversorgung (Paragraf 125 Absatz 3 SGB V). Damit hat die Koalition im Versorgungsstärkungsgesetz auf das je nach Kassenart unterschiedliche Preisniveau bei Heilmitteln reagiert. (fst)

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