Ärzte Zeitung, 16.11.2016

Uni Leipzig

Pharmazie wird im Modellprojekt Studiengang

Medizin und Pharmazie schon in der Ausbildung zusammenbringen: Das ist das Ziel in Leipzig. Das Projekt ist bisher einmalig.

LEIPZIG/DRESDEN. Nach Jahren der Ungewissheit ist die Zukunft der Apothekerausbildung an der Universität Leipzig gesichert. Künftig wird es einen neuen Modellstudiengang für Pharmazie innerhalb der Medizinischen Fakultät geben, teilten die Universität Leipzig sowie das sächsische Wissenschaftsministerium und das Sozialministerium in Dresden mit.

Die Details der Ausbildung werden noch von den universitären Gremien beschlossen. Fest steht, dass der Studiengang mit dem Staatsexamen abschließen wird. Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) sprach von einem bisher einmaligen Modellstudiengang. Es sei eine "alte Forderung, Medizin und Pharmazie in der Ausbildung zusammenzuführen", sagte Stange. "Bundesweit konnte es so noch nicht verwirklicht werden."

Die Zukunft der Pharmazie in Leipzig war lange unklar, nachdem die Hochschule auf Anweisung der Landesregierung einen deutlichen Stellenabbau realisieren musste. Zuletzt konnten nur 36 Studierende pro Jahr aufgenommen werden. Gegen eine vollständige Abwicklung des Instituts hatte es viele Proteste gegeben.

Der neue Modellstudiengang wird den Angaben zufolge rund drei Millionen Euro jährlich kosten. Das Land zahlt 2017 1,1 Millionen Euro, danach jährlich zwei Millionen Euro. Eine weitere Million wird die Universität jedes Jahr aus Eigenmitteln aufbringen. Die Pläne des Kabinetts müssen noch vom Landtag gebilligt werden.

"Dass wir in langen, konstruktiven Verhandlungen mit der Staatsregierung zu dieser Lösung gekommen sind und der Freistaat einen beachtlichen finanziellen Beitrag leistet, freut uns sehr", sagte Universitätsrektorin Professor Beate Schücking. Sie äußerte zudem die Hoffnung, dass auch der Bund den Aufbau des Modellstudiengangs fördert.

Das neue Ausbildungsprogramm wird wie bisher grundsätzlich den Vorgaben der Approbationsordnung entsprechen. Die Studierenden sollen durch die Nähe zur Medizinischen Fakultät aber auch von den neuesten Erkenntnissen der Medizinforschung profitieren. Zu den inhaltlichen Schwerpunkten gehören die Therapiesicherheit und die Hinwendung zur personalisierten Medizin. (lup)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Beginnt die MS im Dünndarm?

Im Dünndarm werden wohl "Schläfer-T-Zellen" aktiviert, die eine MS triggern. Jetzt sind Forscher auf der Suche nach dem Auslöser – und haben Keime im Verdacht. mehr »

Wie die Neurologie von der Flüchtlingskrise profitiert

Migranten sind für Europa eine Herausforderung, doch sie bringen auch neue Erkenntnisse: Mediziner können durch Zuwanderer erforschen, wie Gene und Umwelt mit neurologischen Krankheiten zusammenhängen. mehr »

Hausbesuche bringen wohl mehr Honorar

Beim GKV-Spitzenverband gilt als ausgemacht, dass die Ärzte für eine Ausweitung der Mindestsprechzeiten nur sparsam honoriert werden sollen. Das Honorarsystem soll keine Gelddruckmaschine für Ärzte sein. Eine Ausnahme könnte es geben: Hausbesuche. mehr »