Ärzte Zeitung online, 15.03.2017

Cannabis

Kassen fordern weitere Nachweise zur Wirksamkeit

FRANKFURT/MAIN. Die gesetzlichen Krankenkassen bezweifeln, dass sie die Kosten von Cannabis-Therapien langfristig übernehmen. "Für den dauer- und regelhaften Leistungsanspruch in der gesetzlichen Krankenversicherung fehlt der Nachweis der Wirksamkeit", sagte ein Sprecher des GKV-Spitzenverbands der der dpa. Deshalb sei es richtig, dass die Bundesregierung bei der Bundesopiumstelle eine neue Studie in Auftrag gegeben habe, welche die Wirkungen von Cannabis weiter erforschen soll.

Auf deren Basis werde sich in einigen Jahren zeigen, "ob die Cannabis-Therapie dauerhaft zum Leistungsspektrum der gesetzlichen Krankenversicherung gehört", erklärte der Verband. Zur Erinnerung: Durch ein neues Gesetz, das am 10. März in Kraft trat, können Schwerkranke auf Rezept Cannabis in der Apotheke erhalten. Krankenkassen müssen die Therapie-Kosten übernehmen. Das Gesetz sieht monatliche Behandlungskosten von im Schnitt 540 Euro vor.

Der Wirkstoff von Cannabis kann etwa gegen die Folgen von Chemotherapien bei Krebspatienten helfen. Die Wirksamkeit ist aber noch nicht völlig erforscht. Die Bundesopiumstelle will daher begleitend zum neuen Gesetz Daten zu Therapien binnen fünf Jahren analysieren. In Deutschland ist die Zielgruppe für Cannabis-Therapien bisher noch klein. Rund 1000 Patienten haben bislang eine Ausnahmeerlaubnis zum Kauf von Cannabis für medizinische Zwecke.(dpa)

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