Ärzte Zeitung online, 28.04.2017
 

Lieferengpässe

Montgomery fordert Reserve für Arzneien

BERLIN. Vor dem Hintergrund der Lieferschwierigkeiten bei Narkosemitteln mit dem Wirkstoff Remifentanil fordert Professor Frank Ulrich Montgomery eine nationale Medikamenten-Reserve für wichtige Arzneien. "Es kann nicht sein, dass ein hoch industrialisiertes Land wie Deutschland die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung nicht sicherstellen kann", sagte der Präsident der Bundesärztekammer der "Bild"-Zeitung.

Seit Monaten gibt es Nachschubprobleme bei Narkose-Präparaten (die "Ärzte Zeitung" berichtete in ihrer App-Ausgabe). Dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte sind die Probleme bekannt; für Donnerstag waren Gespräche angeberaumt.

Montgomery sagte, die Abhängigkeit von wenigen Produktionsstandorten – meist geht es um einzelne Firmen in China oder Indien – sei nicht gesund. "Deswegen muss die Bundesregierung darauf drängen, dass ein internationales Kataster über Arzneimittel aufgebaut wird. Wir müssen wissen, welche Medikamente wo und wie produziert werden." Es müsse "mehr als einen Produzenten" geben. (dpa)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Bariatrische Chirurgie rückt Bluthochdruck zu Leibe

Adipöse Hypertoniker konnten in einer Studie nach bariatrischer Chirurgie ihre antihypertensive Medikation reduzieren. Die Hälfte erreichte sogar eine Remission des Bluthochdrucks. mehr »

Droht uns jetzt eine Staatskrise?

Jamaika gescheitert, politisches Vakuum in Berlin. Am Beispiel der Gesundheitspolitik lässt sich zeigen, warum das noch keine Krise ist. mehr »

Das müssen Ärzte beim Impfen beachten

Allergische Reaktionen sind eine Kontraindikation für eine erneute Anwendung des Impfstoffs. Ist eine weitere Impfung dennoch nötig, sollten Ärzte diese Tipps beherzigen. mehr »