Ärzte Zeitung online, 30.05.2017
 

Antibiotika

Vivantes kämpft gegen Resistenzen

Die konzerninterne Antibiotika-Resistenzstrategie der Berliner Vivantes-Kliniken zeigt erste Erfolge.

BERLIN. Das größte kommunale Krankenhausunternehmen Deutschlands, die Berliner Vivantes Kliniken, haben mit ihrer konzerneigenen Antibiotika-Resistenzstrategie im vergangenen Jahr erste Erfolge erzielt. Die Tagesdosen an Antibiotika konnten um sechs Prozent reduziert werden, teilte das Unternehmen mit.

Vivantes engagiert sich seit 2014 für Antibiotic Stewardship. Die Resistenzstrategie zielt auf eine sachgerechte Therapie mit Antiinfektiva und damit zugleich auf mehr Patientensicherheit. Die Geschäftsführung betrachtet sie als wichtigen Bestandteil der strategischen Ziele in den Bereichen Qualität, Patientensicherheit und Hygiene.

Die Antibiotika-Strategie wird bei Vivantes vom Medizinmanagement zentral gesteuert und konzernweit in allen neun Akutkliniken umgesetzt. Beteiligt sind Experten aus der Infektiologie, den Apotheken und der klinischen Mikrobiologie. Zusätzlich wurden Mitarbeiter aller Fachbereiche für die Zusatzbezeichnung Infektiologie fortgebildet. Auch sie wirken an der Umsetzung mit.

Ziel ist es, den Antibiotika-Verbrauch zu senken und insbesondere weniger resistenzerzeugende Antibiotika zu verabreichen. Das gilt vor allem für Antibiotika, die einen hohen Resistenzdruck erzeugen, wie Fluorchinolone und Cephalosporine der dritten Generation. Dazu erhebt Vivantes Verbrauchsstatistiken, setzt auf deren Transparenz und auf interne Vergleiche zwischen den neun Standorten.

Bereits im ersten Jahr meldet das Projekt Erfolge: So wurden rund zehn Prozent weniger Cephalosporine der dritten Generation und 2,5 Prozent weniger Fluorchinolone verabreicht. Dagegen stieg die Verabreichung von Schmalspektrum-Penicillinen um 15 Prozent. Insgesamt ist die Verbrauchsdichte der Anti-Infektiva (gemessen in recommended daily doses pro 100 Patiententage) in den somatischen Bereichen der Kliniken von Vivantes ist von 45,47 auf 42,81 gesunken. Das bedeutet, dass im Jahr 2015 etwa 45 von 100 Patienten eine empfohlene Tagesdosis eines Antibiotikums erhielten, 2016 dagegen weniger als 43. (ami)

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