Ärzte Zeitung online, 15.09.2017

Bundesausschuss

Hecken bescheinigt GBA guten Job bei Festbeträgen

BERLIN. Der unparteiische Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses, Professor Josef Hecken, sieht die Bildung von Festbetragsgruppen als Erfolg. Die Kassen würden aktuell 7,8 Milliarden Euro jährlich durch Festbeträge sparen. Der Verordnungsanteil von Festbetrags-Medikamenten liege bei rund 80 Prozent.

Zurzeit würden im GBA in 15 Verfahren Festbetragsgruppen beraten, darunter auch eine Gruppe unter Einbeziehung eines Biosimilars. 21 solcher Verfahren seien im Vorjahr abgeschlossen worden, so Hecken. Der Ausschuss achte regelhaft darauf, dass Therapiemöglichkeiten für Patienten nicht eingeschränkt werden und notwendige Versorgungsalternativen zur Verfügung stehen. Bedenken der Hersteller hätten sich "regelmäßig als haltlos" erwiesen.

Das Beratungsunternehmen Quintiles IMS hat auf die Kehrseite dieser Entwicklung verwiesen. Da einige Hersteller die Preise ihrer Produkte nicht mehr auf Festbetragsniveau senkten, müssten Versicherte häufiger aufzahlen, um den Differenzbetrag zwischen Festbetrag und Endpreis zu bezahlen. Im ersten Halbjahr 2017 machten die Aufzahlungen 73 Millionen Euro aus. so Quintiles IMS.

Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) indes beklagt, es fehle dem GKV-Spitzenverband bei der Senkung von Festbeträgen an "Augenmaß". Bei "Schnäppchenpreisen" von weniger als einem Euro pro Monatspackung sei "noch nicht einmal die Lagerhaltung abbildbar", so dass "Lieferengpässe und Marktaustritte programmiert" seien.(fst)

Topics
Schlagworte
Arzneimittelpolitik (7287)
Organisationen
BPI (347)
Personen
Josef Hecken (420)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Infarktgefahr durch schnellen Anstieg von Stickoxiden

Hohe Stickoxidkonzentrationen in der Umgebungsluft können auch das Herzinfarktrisiko erhöhen. Aber auch ein schneller NO-Anstieg scheint gefährlich zu sein. mehr »

Liebe überwindet geistige Behinderung

Eine Anlaufstelle in Mainz kümmert sich, wenn Menschen mit geistiger Behinderung wegen unerfüllter Sehnsucht nach Lust und Liebe das Herz schwer ist. Anfragen kommen aus ganz Deutschland. Trotzdem droht die Schließung. mehr »

Putzen schadet der Lunge ähnlich wie Rauchen

Schlechte Nachrichten für Sauberkeitsfans: Wer regelmäßig Reinigungsmittel benutzt, schadet seiner Lunge so, als ob man jahrelang raucht. Diesen Effekt fanden Forscher aber nur bei Frauen – doch sie haben dafür eine Erklärung. mehr »