Ärzte Zeitung online, 26.02.2018

IMS Health

Plus 3,5 Prozent mehr Ausgaben bei Arzneien

Die Mehrausgaben von 1,3 Milliarden Euro im Vorjahr gehen vor allem auf neue Arzneigruppen zurück.

FRANKFURT/MAIN. Die Arzneimittelausgaben in der GKV sind im Vorjahr um 3,5 Prozent auf 38,3 Milliarden Euro gestiegen. Das hat das Beratungsunternehmen IQVIA (ehemals IMS Health) mitgeteilt. Nach drei Quartalen hatte die Steigerungsrate noch bei 3,2 Prozent gelegen.Dagegen ist die Zahl abgegebener Packungen um ein Prozent auf 705 Millionen gesunken.

Die Mehrausgaben in Höhe von 1,3 Milliarden Euro im Vergleich zu 2016 gehen nach IQVIA-Angaben zu mehr als 75 Prozent auf fünf Arzneigruppen zurück. 21 Prozent der Mehrausgaben wurden demnach durch Direkte Faktor XA-Hemmer verursacht, 18 Prozent durch Antineoplastika, 16 Prozent durch Proteinkinasehemmer, 14 Prozent durch Interleukin-Inhibitoren und zehn Prozent durch Anti-TNF-Produkte. Damit wird die Steigerungsrate von 3,3 Prozent, auf die sich KBV und Kassen für 2017 in den Rahmenvorgaben für Arznei- und Heilmittel verständigt haben, leicht überschritten.

Die Entwicklung der einzelnen Segmente im Arzneimittelmarkt fällt im Vorjahr sehr unterschiedlich aus. Der Umsatz mit patentgeschützten Präparaten ist um 10,9 Prozent gestiegen (Apothekenverkaufspreis abzüglich der Hersteller- und Apothekenabschläge), der Umsatz mit Generika legte unterdurchschnittlich um 2,2 Prozent zu. Hingegen verzeichneten nicht mehr patentgeschützte Originale und Zweitanbieter einen Umsatzrückgang von 13,6 Prozent.

Die Einsparungen der GKV durch die Zwangsabschläge haben sich im Vorjahr auf 4,4 Milliarden Euro addiert, elf Prozent mehr als 2016. Davon entfielen rund 3,3 Milliarden Euro auf Abschläge der Hersteller (plus 16 Prozent) und 1,1 Milliarden Euro auf Apotheken (minus 0,6 Prozent). Die Herstellerabschläge zugunsten der PKV legen mit mehr als 18 Prozent noch stärker als bei der GKV zu und beliefen sich auf 530 Millionen Euro. Der Impfstoffmarkt zeigt im Vorjahr kaum Veränderungen. Insgesamt sind 35,3 Millionen Impfstoffdosen an GKV-Versicherte abgegeben worden (plus ein Prozent).

Die größte Gruppe der viralen Vakzine (etwa Grippe-, FSME-Vakzine oder Hepatitis-Impfstoffe) stagnierte beim Umsatz, die der Mehrfach-Impfstoffe wuchs überdurchschnittlich um 4,2 Prozent. Der Umsatz im Versandhandel legte im Vorjahr um acht Prozent auf 1,14 Milliarden Euro zu. Dabei entwickelte sich das Segment der OTC-Arzneien (9,8 Prozent) dynamischer als das der verschreibungspflichtigen Präparate (vier Prozent). (fst)

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