Ärzte Zeitung online, 17.04.2019

FDP-Fraktion

Liberale für „Cannabis made in Germany“

Dass Medizinalcannabis bald in Deutschland angebaut wird, entspricht den FDP-Forderungen.

BERLIN. Die steigende Nachfrage nach Medizinalcannabis und die Importabhängigkeit Deutschlands bereiten der FDP-Fraktion im Bundestag Kopfschmerzen. Eine sichere, konstante und kostengünstige Versorgung von Patienten müsse gewährleistet werden.

Zudem bestünden beim Anbau und Export große Chancen für Deutschland, auf dem Weltmarkt für Cannabis-Medizinprodukte neue Märkte mit einem Qualitätsprodukt „Cannabis made in Germany“ zu erschließen, so die FDP-Fraktion in ihrer Anfrage an die Bundesregierung nach Marktsituation und -bedarf.

Entscheidenden Einfluss auf die Ermittlung des Medizinalcannabis-Bedarfs hätte die Verschreibungspraxis der Ärzte sowie die Erstattungspraxis der gesetzlichen Kassen, erläutert die Bundesregierung in ihrer Antwort.

Sie gehe außerdem davon aus, dass der Bedarf an Medizinalcannabisblüten durch das Vergabeverfahren der Cannabis-Agentur beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sowie über Importe gedeckt werden könne.

Dabei wurde jetzt der Anbau von 7200 Kilogramm Cannabis auf den Weg gebracht, teilte das BfArM am Mittwoch mit. Die Ausschreibung umfasse insgesamt 10.400 Kilo. Für vier der 13 ausgeschriebenen Lose hätte noch kein Zuschlag erteilt werden können, weil sich ein unterlegener Bieter mit einem Nachprüfungsantrag an die Vergabekammer gewandt habe.

Die Aurora Produktions GmbH erhielt den Zuschlag für fünf Lose, Aphria Deutschland für vier Lose. Die erste Ernte erwartet das BfArM für das 4. Quartal 2020.

„Die heutige Zuschlagserteilung ist ein wichtiger Schritt für die Versorgung schwer kranker Patienten mit in Deutschland angebautem Cannabis in pharmazeutischer Qualität. Gleichwohl bedauern wir, dass nun abermals wirtschaftliche Interessen eines Bieters dazu führen, dass wir nicht schon früher im vollen Umfang zur Verbesserung der Versorgungssituation beitragen können“, so BfArM-Präsident Professor Karl Broich. (ato)

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