Ärzte Zeitung online, 28.03.2013

Kommentar zum Krach um neue Krebsmedikamente

Produktiver Streit

Von Helmut Laschet

Es ist ungewöhnlich, mit welcher Schärfe sich eine Fachgesellschaft wie die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) und das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) über Methoden der Nutzenbewertung und dabei angewendete Parameter streiten.

Dass von beiden Seiten Öffentlichkeit hergestellt wird, ist zu begrüßen. Es bleibt die Frage, ob am Ende auch ein Erkenntnisgewinn stehen bleibt.

Das erfordert zumindest anzuerkennen - und zwar vom Bundesausschuss wie auch vom IQWiG -, dass die beim Start einer frühen Nutzenbewertung vorliegenden Daten über einen neuen Wirkstoff vorläufig sind und ein abschließendes Urteil nicht erlauben.

Die Wirkung der frühen Nutzenbewertung kann aber durchaus eine andere sein: Aus dem nicht selten aus formalen Gründen fehlenden Beleg für den Nachweis eines Zusatznutzens wird allzu leicht abgeleitet, dieser existiere nicht.

Zumindest für die Findung des Erstattungspreises liegt diese Schlussfolgerung nahe. Die ökonomische Schlussfolgerung aus dem Ergebnis der Nutzenbewertung ist ein zwangsläufiges Faktum - es darf aber kein unveränderliches sein. Wird dies anerkannt, so ist der Schlagabtausch DGHO/IQWiG sicher produktiv.

Lesen Sie dazu auch:
Frühe Nutzenbewertung: Krach um neue Krebsmedikamente

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Verändern schon wenige Joints das Gehirn?

Bei Jugendlichen, die nur ein bis zwei Mal Cannabis geraucht haben, sind Hirnveränderungen entdeckt worden. Diese könnten eine Angststörung oder Sucht begünstigen. mehr »

Bessere TSVG-Regelungen in Sicht?

Die großen Brocken wie die Aufstockung der Mindestsprechstundenzahl will Gesundheitsminister Jens Spahn nicht anfassen. Eine Nummer kleiner können die Ärzte aber wohl mit Änderungen am TSVG rechnen. mehr »

Daran starb Karl der Große

Karl der Große führte Kriege quer über den Kontinent. Sein großes Reich erstreckte sich von der Elbe bis Spanien. Am Ende könnte eine Lungenentzündung den mächtigsten Mann des Mittelalters niedergestreckt haben, mehr »