Ärzte Zeitung, 27.05.2013
 

Nutzenbewertung

Hecken hält Gesellschaften auf Distanz

BERLIN.Eine stärkere Einbindung der medizinischen Fachgesellschaften in das Verfahren der frühen Nutzenbewertung von Medikamenten soll es nach Auffassung des unparteiischen GBA-Vorsitzenden, Josef Hecken, nicht geben.

"Die Fachgesellschaften entscheiden aus gutem Grund nicht über das abschließende Wertungsergebnis", sagte Hecken am Freitag. Dies sei vor dem Hintergrund einer unabhängigen und evidenzbasierten Wertung nicht sachgerecht.

Bei den bislang abgeschlossenen Verfahren seien die Stellungnahmen der Fachgesellschaften angemessen berücksichtigt worden. Hecken forderte die Fachgesellschaften auf, ihre Möglichkeiten bei Anhörungen oder mit schriftlichen Eingaben zu nutzen. Dies sei zielführender als die Etablierung neuer Verfahrensschritte.

Hecken reagierte mit seinen Äußerungen auf die Forderungen von fünf großen medizinischen Fachgesellschaften, unter anderem bei der Festlegung der zweckmäßigen Vergleichstherapie beteiligt zu werden. Im März hatten Diabetesverbände IQWiG und GBA für die Auswahl einer ihrer Ansicht nach nicht mehr aktuellen zweckmäßigen Vergleichstherapie kritisiert.

In jüngerer Zeit haben sich auch Politiker für eine größere Rolle der Fachgesellschaften im AMNOG-Verfahren ausgesprochen. (af)

Topics
Schlagworte
Nutzenbewertung (352)
Organisationen
IQWiG (1168)
Personen
Josef Hecken (410)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Frauen schuld an "Männergrippe"?

Jammernde Männer mit Erkältung sind keine Weicheier, sie leiden tatsächlich stärker. Das liegt wohl am Testosteron. Und an Frauen, die testosterontriefende Männer bevorzugen. mehr »

Stammzellgesetz – Bremse für Forscher?

2002 gab es um die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen eine hochemotionale Debatte. Heute ist der Pionier von ehedem mit dem Stand seiner Arbeit zufrieden. Doch nicht nur er fürchtet durch das Stammzellgesetz Nachteile für Forscher in Deutschland. mehr »

Ebola-Überlebende auch 40 Jahre später noch immun

Eine Forscherin machte sich auf die Suche nach den Überlebenden des ersten Ebola-Ausbruchs – und verspricht sich davon wichtige Erkenntnisse. mehr »