Ärzte Zeitung online, 13.03.2015

AMNOG

Anpassung an Innovationsgeschwindigkeit gefordert

BERLIN. Vor einer Überhöhung einzelner Endpunkte in der Nutzenbewertung von Arzneimitteln haben Fachleute bei der Frühjahrstagung der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie gewarnt.

Entweder die gewonnene Lebenszeit oder die Lebensqualität in den Mittelpunkt der Bewertung zu rücken sei nicht geeignet, der aktuellen Innovationsgeschwindigkeit gerecht zu werden, sagte Professor Michael Hallek, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM), bei einem von Roche Pharma ausgerichteten Satellitensymposium.

"Das Ziel muss eine normale Lebenserwartung bei guter Lebensqualität sein." Voraussetzung dafür sei, auch kleine Innovationsschritte anzuerkennen. "In Zeiten hoher Innovationsgeschwindigkeit benötigen wir schnell messbare Endpunkte, um Fortschritte erzielen zu können", betonte Hallek.

Dafür müsse aber eine Postzulassungsstudienkultur etabliert werden, um Schrittinnovationen besser ausmachen zu können.

Im GBA schlägt das Pendel derzeit eher in Richtung mehr Lebensqualität aus. Was nützt, bleibt jedoch ein semantisches Problem: "Wir brauchen eine gemeinsame Sprache für die Nutzenbewertung", appellierte Bernhard Wörmann von der DGHO an die Pharmaindustrie und den GBA.

Im Kern gehe es um die Frage, wie Transparenz in die Therapieergebnisse gebracht werden könne, bestätigte Thomas Müller vom GBA.

Dafür bedürfe es auch der Definition von Begriffen wie Symptomfreiheit und Heilung.Das sei Aufgabe des AMNOG-Verfahrens. Register könnten die Grundlage für politische Entscheidungen dazu liefern. (af)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchester bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »