Ärzte Zeitung, 28.07.2015

Erstattungsbeträge-"Grexit"

Griechenland dient nicht mehr als Preisreferenz

Bei den Verhandlungen über Erstattungsbeträge werden die Abgabepreise in Griechenland "übergangsweise" nicht berücksichtigt.

BERLIN. Krankenkassen und Pharmaindustrie sind sich einig, bei den Verhandlungen über Erstattungsbeträge "übergangsweise" die tatsächlichen Abgabepreise in Griechenland nicht zu berücksichtigen.

Der GKV-Spitzenverband hat einen entsprechenden Vorschlag des Verbands forschender Arzneimittelhersteller (vfa) "begrüßt". Ein sinkendes Preisniveau im griechischen Pharmamarkt, das allein durch die Krise bedingt ist, kann sich so nicht preismindernd bei den Verhandlungen über Erstattungsbeträge auswirken.

Bei den AMNOG-Verhandlungen ergibt sich der Erstattungsbetrag eines neuen Arzneimittels maßgeblich aus dem festgestellten Zusatznutzen. Eine ergänzende Größe sind dabei die Jahrestherapiekosten vergleichbarer Arzneimittel sowie die tatsächlichen Abgabepreise in anderen europäischen Ländern.

Die Kassen regten konkret an, den Länderkorb für ein Jahr auf 14 Staaten zu verkleinern. Dabei gehe man eine solche Vereinbarung in dem Vertrauen ein, "dass die pharmazeutische Industrie dazu bereit ist, den griechischen Patienten auch tatsächlich Arzneimittel zu deutlich vergünstigten Konditionen abzugeben." (fst)

Lesen Sie dazu auch:
Griechischer Pharmamarkt: Ineffizienz, die ihren Preis hat

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Lärm und Stress im Beruf sind Gift fürs Herz

Mit zunehmendem Lärmpegel im Job steigt offenbar das KHK-Risiko, so eine Studie. Besonders groß ist die Gefahr bei denjenigen, die unter hohem psychischen Druck stehen. mehr »

Viel Alkohol führt früh in die Demenz

Alkoholmissbrauch ist einer Studie zufolge der mit Abstand wichtigste Grund für eine früh beginnende Demenz. mehr »

Unerfüllter Kinderwunsch? Auch die Schilddrüse abklären!

Eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse kann bei Frauen an Störungen des Zyklus oder der Fruchtbarkeit beteiligt sein. Auch bei Männern kommt es zu Sexualstörungen. mehr »