Ärzte Zeitung, 30.11.2015

AK-beschichtete Stents

GBA kann Zusatznutzen nicht erkennen

BERLIN. Antikörper-beschichtete Stents haben im Vergleich zu Medikamenten-beschichteten Stents keinen Zusatznutzen für Patienten, bei denen der Einsatz eines Medikamenten-beschichteten Stents in Frage kommt - unabhängig davon, ob sie ein niedriges oder ein hohes Risiko für eine Restenose haben.

Mit den Antikörper-beschichteten Stents wurde die Erwartung verbunden, dass diese zügig einheilen und das Risiko einer Restenose und einer Thrombose gesenkt werden kann. Eine Überlegenheit oder Gleichwertigkeit zu Medikamenten-beschichteten Stents habe sich nicht belegen lassen, so Harald Deisler, unparteiisches Mitglied des GBA.

Die Folge ist, dass die gesetzlichen Krankenkassen Antikörper-beschichtete Stents nun auch in der stationären Versorgung nicht mehr bezahlen.

Der Hintergrund: 2001 hatte der GKV-Spitzenverband die Bewertung Antikörper-beschichteter Stents in der Krankenhausversorgung beantragt, wenig später wurde das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit mit der wissenschaftlichen Recherche und Bewertung beauftragt. Im Oktober 2012 legte das Institut dazu den Rapid Report vor.

Ein Beschluss für die Patientengruppe, bei der der Einsatz eines Medikamenten-beschichteten Stents nicht in Frage kommt, steht noch aus.

Der aktuelle Beschluss des Bundesausschusses muss noch vom Bundesgesundheitsministerium genehmigt werden. (HL)

Topics
Schlagworte
Nutzenbewertung (367)
Krankheiten
Thrombose (419)
Personen
Harald Deisler (31)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Morphin bei Herzinfarkt – unverzichtbar aber umstritten

Morphin bei Herzinfarkt-Patienten: Die Sicherheit des Schmerzmittels hat sich in einer aktuellen Studie bewährt. Zweifel über ein mögliches Risiko bleiben aber vorerst. mehr »

Zu viele Hausbesuche = Regress!

Zwei hessische Landärzte wurden in Regress genommen, weil sie deutlich mehr Hausbesuche als ihre Kollegen absolviert haben. Über 50.000 Euro sollen sie zurückzahlen. Die Ärzte verstehen die Welt nicht mehr - und wehren sich. mehr »

Tot oder nicht tot – das ist hier die Frage

Särge mit Ausgängen und Glöckchen um die Arme: Schon seit Jahrhunderten ziehen Wissenschaftler die Eindeutigkeit des Todes in Zweifel. Eine neue Ausstellung in Berlin zeigt Exponate, die dem Scheintod ein Schnippchen schlagen sollten. mehr »