Ärzte Zeitung, 14.04.2016
 

Pharmadialog

Fischer für synchrone Arztinfos

BERLIN. "Unmissverständlich, vollständig und widerspruchsfrei": So stellt sich die Hauptgeschäftsführerin des Verbands der forschenden Pharmaunternehmen (vfa), Birgit Fischer, ein Arzt-Informationssystem zu den Ergebnissen der frühen Nutzenbewertung vor.

Eine Umfrage der TK, die bereits Anfang Februar vorgestellt wurde, hatte ergeben, dass die Ergebnisse der Nutzenbewertung lediglich 15 Prozent der niedergelassenen Ärzte dazu bewegten, Arzneimittel mit zuerkanntem Zusatznutzen zu verordnen.

Im Pharmadialog haben Regierung und Industrie nun verabredet, ein Arzt-Informationssystem auf den Weg zu bringen, um Arzneien mit anerkanntem Zusatznutzen die Marktdurchdringung zu erleichtern.

Regionalkassen und die Kassenärztlichen Vereinigungen verbreiteten häufig anderslautende Bewertungen über den Nutzen von Arzneien sowie Informationen über die Wirtschaftlichkeit von neuen Arzneien als die nationale Ebene ermittelt habe, sagte Fischer. Hier bedürfe es einer Synchronisation.

Sie zähle die Arztinformation zu den drei wichtigsten Ergebnissen des Dialogs, sagte Fischer am Mittwoch in Berlin. Mehr Freiräume für Innovationen zu schaffen sei ein weiterer Punkt.

Die geplante Umsatzschwelle für Blockbuster wie das Hepatitis-C-Präparat Sovaldi® dürften nicht als Fortschrittsbremse ausgestaltet werden. Als dritten Punkt bewarb Fischer die geplante nichtöffentliche Listung ausgehandelter Arzneimittelpreise.

Damit schwenke Deutschland auf ein in Europa übliches Verfahren ein. Es ergebe sich eine "Riesenchance", so die Preise in einen therapeutischen Kontext stellen zu können. (af)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Wie Grippeviren ihr Erbgut steuern

Forscher haben nachgewiesen, wie Gene von Influenza-A-Viren an- und abgeschaltet werden. Die Erkenntnisse sollen die Entwicklung neuer Therapien vorantreiben. mehr »

6000 Euro Strafe für Informationen über Abtreibung

Wegen unerlaubter Werbung für Schwangerschaftsabbrüche hat das Amtsgericht Gießen am Freitag eine ortsansässige Allgemeinärztin zu 6000 Euro Geldstrafe verurteilt. mehr »

Mehr Transparenz soll die Wogen der SPRINT-Studie glätten

Der Streit um die SPRINT-Studie hält an. Im Fokus steht die genutzte Methode der Praxisblutdruckmessung, um die sich Gerüchte rankten. Jetzt hat die SPRINT-Gruppe für mehr Transparenz gesorgt. mehr »