Ärzte Zeitung online, 14.01.2019

EU-Nutzenbewertung

Hecken warnt vor Folgen für Orphan Drugs

MÜNCHEN. Auf dem Weg zu einer europaweit harmonisierten Nutzenbewertung von Arzneimitteln (EU-HTA) sieht der GBA-Vorsitzende Professor Josef Hecken das Risiko, dass Arzneimittel für Patienten mit seltenen Erkrankungen auf der Strecke bleiben.

Beim Wirtschaftsdialog des Bundesverbandes der Arzneimittelhersteller (BAH) wies Hecken darauf hin, dass bei Orphan Drugs der medizinische Bedarf am höchsten sei und daher auch eine besondere Notwendigkeit zur europaweiten Harmonisierung bestehe.

Diese werde allerdings durch den Verordnungsentwurf der EU-Kommission, der seit Januar 2018 vorliegt, nicht erreicht. Konkret befürchtet er, dass es bei der Bewertung der Medikamente zu Kampfabstimmungen kommt und letztlich eine Stimme Mehrheit den Ausschlag gibt – „und das ohne Vorlage einer belastbaren Evidenz.“.

Das Resultat könnte aus seiner Sicht sein, dass es keine geordnete Erstattung für diese Arzneimittel gibt und Hersteller die Produkte aufgrund mangelnder Wirtschaftlichkeit vom Markt nehmen, was gravierende Folgen für die Patienten hätte.

„Wenn das die Basis für eine gemeinsame Nutzenbewertung wird, wird diese Nutzenbewertung nichts wert sein“, so Hecken. (sct)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Was nötig ist, um die Patientensicherheit zu erhöhen

Jede Minute sterben fünf Menschen durch fehlerhafte Behandlung, so die WHO. Patientenschützer setzen auf Fehlermeldesysteme. Und was schlagen Ärzte vor? mehr »

„Wer sich der heiligen Kuh nähert, kriegt Feuer“

Professor Martin Scherer ist neuer DEGAM-Präsident. Im Interview mit " Ärzte Zeitung" spricht er über "viel zu viel Medizin" und die Pläne der DEGAM in Sachen Digitalisierung. Das gesamte Gespräch kann auch angehört werden. mehr »

Homöopathen sind enttäuscht von KBV-Chef

Die Homöopathen fühlen sich von KBV-Chef Gassen verschaukelt nach dessen kritischen Äußerungen zur Homöopathie: Gassen soll alle Ärzte vertreten – auch die komplementärmedizinisch aktiven Ärzte. mehr »