Ärzte Zeitung, 31.01.2014

Kommentar zur ASV

Wo die Musik spielt

Von Anno Fricke

Der Gesetzgeber wird schon gewusst haben, warum er 2011 der Selbstverwaltung sehr konkrete Vorgaben zur Ausgestaltung der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung mit auf den Weg gegeben hat.

Trotz dieses Meisterstücks filigraner, detailversessener Regulierung hat es fast zwei Jahre und damit ein Jahr länger als geplant gedauert, bis die Selbstverwaltung ein erstes, vollständiges Ergebnis vorlegen konnte.

Die Ausführungen des GBA, wie Tuberkulosepatienten künftig ambulant spezialfachärztlich versorgt werden sollen, machen den neuen Bereich, manche sprechen auch vom dritten Sektor, greifbarer. In trockenen Tüchern ist das Vorhaben damit noch nicht. Die Musik spielt beim Vergütungssystem.

Warum sollten sich die Ärzte dauerhaft mit all dem geforderten Aufwand an Zeit und Organisation als ambulante Spezialfachärzte engagieren, wenn am Ende doch nur eine Vergütung nach den bisher schon geltenden EBM-Ziffern stehen würde?

Hier ist wieder die Selbstverwaltung gefragt. Die Verhandlungen über diagnosebezogene Gebührenpositionen in Euro sollten zu einem klar zu erkennenden Vorteil für die teilnehmenden Ärzte und Krankenhäuser führen. Und das auch, wenn die neue Versorgungsform zu Beginn mehr Geld kostet, als sich darüber ad hoc einsparen lässt.

Lesen Sie dazu auch:
Spezialfachärzte: Tuberkulose liefert den ASV-Prototypen

Topics
Schlagworte
ASV (126)
Organisationen
ASV (198)
Krankheiten
Tuberkulose (868)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Hausarztverträge im Visier des BVA

Das Bundesversicherungsamt duldet Chronikerpauschalen in bisheriger Form nicht mehr. Bis Ende August müssen Kassen Verträge anpassen. Hausärzte-Chef Weigeldt ist vergrätzt. mehr »

Reiseimpfungen – Welcher Schutz ist nötig?

Egal, wohin die Reise geht, die Basisimpfungen sollten vorhanden sein. Doch auch 2018 gibt es für einige Länder spezielle Empfehlungen. mehr »

IQWiG hinterfragt Darmkrebs-Screening

Der aktuelle Rapid Report des IQWiG kommt ebenso wie der Abschlussbericht von 2013 zu dem Fazit: Der Nutzen des Screenings bei unter 55-Jährigen mit einem familiären Risiko für Darmkrebs ist unklar. mehr »