Ärzte Zeitung, 29.05.2015
 

Honorarbereinigung

ASV steht weiter vor Blockade

Die wirtschaftlichen Auswirkungen für Vertragsärzte, die an ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung teilnehmen, bleiben ungewiss. Ursache: völlige Unklarheit bei der Honorarbereinigung.

NEU-ISENBURG. Die Realisierung der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung nach Paragraf 116b (ASV) wird weiter von Komplikationen behindert.

Große Unsicherheit herrscht vor allem bei der Bereinigung der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung, die Bereinigungsbeträge auf Fachgruppen und Ärzte herunterbrechen, vor allem dann, wenn auch Klinikärzte an der ASV teilnehmen.

Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Bundesverbandes ASV unter allen KVen, die im März und April stattgefunden hat und die der "Ärzte Zeitung" vorliegen. Die Ergebnisse im einzelnen:

- Die KVen Hamburg, Hessen, Nordrhein und Sachsen-Anhalt ließen die Anfrage unbeantwortet.

- Bayern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein wollen sich an die Beschlüsse des Bewertungsausschusses halten. Die betreffen aber nur die Bereinigung der Gesamtvergütung, nicht jedoch die Auswirkungen auf die Ebene der Fachgruppen und der einzelnen Ärzte selbst.

- Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Rheinland-Pfalz, Saarland und Sachsen verweisen auf ihre HVM-Regelungen. Diese sehen aber keine operationalen Regelungen vor, sondern verweisen lediglich auf die gesetzliche Vorgabe, dass die Bereinigung nicht das Honorar der Hausärzte und der fachärztlichen Grundversorgung tangieren darf.

- Thüringen hat angekündigt, sich bei der Bereinigung an Selektivverträge anzulehnen. Westfalen-Lippe will sich erst im Laufe dieses Quartals mit der Bereinigung befassen.

Keine Sicherheit für ASV-Teams

Dr. Axel Munte, Vorsitzender des Bundesverbandes ASV, kommentiert das Ergebnis der Umfrage so: "Es zeigt bestenfalls ein Bemühen der meisten KVen. Eine Sicherheit für ASV-Teams hinsichtlich der Bereinigung ist bisher genauso wenig gegeben wie die Fähigkeit vieler KVen, die ASV abrechnen zu können - diese Aussagen basieren auf den täglichen Erfahrungen des Bundesverbandes mit Teamärzten."

Das mache aber auch deutlich, dass die meisten KVen "keinerlei Interesse" an einer pragmatischen Umsetzung der ASV hätten.

Umso kritischer erschienen aktuelle Überlegungen, gerade die KVen monopolartig mit der ASV-Abrechnung zu betrauen, so Munte. Bundesweit gibt es bislang nur etwa 20 ASV-Teams nach neuem Recht. (HL)

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