Ärzte Zeitung, 12.06.2013

Bedarfsplanung

Landräte wollen mitreden

Viele Landräte in Deutschland sind besorgt über den Ärztemangel. Sie wollen an der Bedarfsplanung beteiligt werden.

Von Rebecca Beerheide

NEU-ISENBURG. Die Landräte in Deutschland wollen ein Mitspracherecht, wenn es um die medizinische Versorgung in ihrem Zuständigkeitsgebiet geht. 57,2 Prozent sagten einer Umfrage der Stiftung Gesundheit zufolge, dass die Planung ärztlicher Versorgung nicht nur den zuständigen Institutionen obliegen sollte.

9,4 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass ihr Landkreis nicht in die Planung der ärztlichen Versorgung eingreifen müsse. Die Stiftung Gesundheit hatte für die Studie 295 Landräte bundesweit angeschrieben, 140 Verantwortliche haben geantwortet.

Die Landräte sind durchaus informiert, wie es um die medizinische Versorgung vor Ort bestellt ist. 80 Prozent wissen über die Altersstruktur der Ärzte Bescheid und kennen die mittel- und langfristige Planung für den Bereich.

Die 20 Prozent, die das nicht wissen, merkten schriftlich an, dass sie vor allem die künftigen Planungen nicht kennen.

Noch schätzt ein großer Teil der Befragten die hausärztliche Versorgung im Landkreis als gut ein, 21,4 Prozent stimmten der Frage voll zu, 52,9 Prozent stimmt eher zu. Rund 15 Prozent sehen große Probleme im Landkreis.

ÖPNV nicht ausreichend?

Bei der fachärztlichen Versorgung sind 72,8 Prozent der Meinung, die Versorgung sei gut. Rund 20 Prozent sehen allerdings bereits Probleme auf die Region zu kommen.

Zusätzlich wurden die Landräte befragt, ob und wie gut die ambulante Versorgung für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen oder Behinderungen zugänglich ist. Hier zeigt sich, dass viele Landkreise sich mit dem Thema Erreichbarkeit einer Praxis mit Behinderung noch nicht beschäftigt haben.

"Es ist abzulesen, dass am meisten Wissen im Bereich der Mobilitätseinschränkungen erkennbar ist", schreiben die Studienautoren.

Angesichts der Idee, in strukturschwachen Regionen Fahrdienste für Patienten zur Arztpraxis einzurichten, ist die Einschätzung der Landräte interessant, dass der Öffentliche Nahverkehr von 44 Prozent als nicht ausreichend angesehen wird.

"Das Ergebnis scheint überraschend, da doch vielerorts kommuniziert wird, dass der ÖPNV sehr gut ausgebaut sei und fast alle Orte gut zugänglich seien", schreiben die Studienautoren.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Engagement statt Gremium

Topics
Schlagworte
Bedarfsplanung (662)
Personen
Rebecca Beerheide (313)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text