Ärzte Zeitung, 25.08.2014

Kommentar zu Brandenburg

Bedarfsplanung mit Haken

Von Angela Mißlbeck

Bedarfsplanung ist ein schwieriges Geschäft. Das zeigt die Unzufriedenheit vieler Regionen mit der letzten Reform des Planungsrahmens durch den Gemeinsamen Bundesausschuss. Darum lässt aufhorchen, was die KV Brandenburg an Vorstellungen für eine neue Versorgungsplanung entwickelt hat. Ärzte sollen ganz konkret beschriebene Versorgungsaufträge für einen festen Zeitraum erhalten.

Mehr Planbarkeit für alle ist das erklärte Ziel. Doch noch sind jede Menge Fragen offen: Allen voran müsste geklärt werden, ob freiberufliche Ärzte sich über eine ganz exakte Beschreibung ihrer Tätigkeit so begeistern, dass sie sich davon überzeugen lassen, in die Uckermark oder Lausitz zu ziehen.

Zu dieser grundsätzlichen Frage gesellen sich weitere, beispielsweise wer die nötige Versorgungsforschung finanziert. Außerdem muss festgelegt werden, wer prüft, ob die tatsächliche Entwicklung vor Ort der Prognose entspricht. Und was passiert, wenn Plan und Wirklichkeit auseinanderdriften.

Auf den ersten Blick gibt es noch zu viele offene Fragen - dennoch spricht viel für einen Praxistest. Der dürfte zumindest klären, ob Ärzte sich damit aufs Land locken lassen. Auch die aktuelle Bedarfsplanung hat viele Haken, nur haben wir uns an die schon gewöhnt.

Lesen Sie dazu auch:
Brandenburg: Ein Potpourri gegen Versorgungslücken

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Grippe-Impfsaison noch lange nicht vorbei!

Kein Land Europas erreicht die Influenza-Impfziele der WHO. Jetzt vor der Grippewelle appellieren Experten daher an Ärzte, noch möglichst viele Patienten zu schützen. mehr »

Wenn Insulin zum fetten Problem wird

Schon leicht erhöhte Insulinspiegel können offenbar Adipositas sehr stark fördern. Forscher haben sich den Zusammenhang angeschaut und empfehlen Intervallfasten – mit einer Einschränkung. mehr »

Musiktherapie tut Krebskranken gut – zumindest kurzfristig

Ein Bericht für das IQWiG bescheinigt der Musiktherapie kurzfristigen Nutzen im Vergleich zur Routineversorgung bei Angst, Depression und Stress. Zur Bewertung von Langfrist-Effekten fehlen aber Daten. mehr »