Ärzte Zeitung, 09.02.2016

Baden-Württemberg

Ärzte zieht es immer öfter in die Anstellung

In Baden-Württemberg steigt die Zahl der ambulant tätigen Ärzte und Psychotherapeuten.

STUTTGART. Die Schere zwischen Haus- und Fachärzten geht in Baden-Württemberg auseinander: Zwischen 2007 und 2014 ist die Zahl der Hausärzte im Südwesten um 0,9 Prozent gesunken auf 7106. Die der Fachärzte stieg im gleichen Zeitraum um 18 Prozent auf 12.589.

Auf die KVBaden-Württemberg bezogen stieg die Zahl der ambulant tätigen Ärzte und Psychotherapeuten seit 2007 auf zuletzt 19.695, ein Plus von 10,4 Prozent. Das geht aus dem neuen KV-Versorgungsbericht hervor.

Tatsächlich sind die Disparitäten in der Entwicklung, wenn man nicht nur Köpfe zählt, zwischen Haus- und Fachärzten noch gravierender. Denn die Zahl der zugelassenen Hausärzte sank in diesem Zeitraum um 7,9 Prozent.

Die der angestellten Hausärzte schoss in den sieben Jahren um 408 Prozent auf 755 in die Höhe. Bei den angestellten Fachärzten fiel die Steigerung mit 447 Prozent auf zuletzt 1774 sogar noch stärker auf.

Allerdings ist unter den Fachärzten auch die Zahl der zugelassenen Mediziner gewachsen, und zwar um 3,7 Prozent auf 10.815.

Nur 41 Prozent der angestellten Ärzte arbeiten Vollzeit

Ein Blick auf die Arbeitszeiten der KV-weit insgesamt 2529 angestellten Ärzte zeigt, dass das Volumen der Arbeitsstunden nicht mit dem der Kollegen in der Niederlassung verglichen werden kann. So arbeiten nur knapp 41 Prozent der angestellten Ärzte Vollzeit.

 Knapp zehn Prozent haben eine 75-Prozent-Stelle inne, rund ein Drittel arbeitet halbtags. Weitere knapp 18 Prozent der angestellten Ärzte arbeiten sogar in Teilzeit mit nur 25 Prozent.

Deutlich unterscheidet sich die Altersstruktur der Hausärzte von der ihrer fachärztlichen Kollegen.Unter den Hausärzten sind 34 Prozent älter als 60 Jahre, nur 337 der 7106 Kollegen sind jünger als 40 Jahre (4,8 Prozent).

Krankenkassen haben für 70.178 Millionen Behandlungsfälle (die Versorgung eines Patienten durch den Arzt in einem Quartal) insgesamt 4,111 Milliarden Euro gezahlt.

Davon entfielen 2,45 Millionen Behandlungsfälle auf den organisierten Notdienst. 3,5 Millionen Mal sind niedergelassene Ärzte im Jahr 2014 in Baden-Württemberg zu Hausbesuchen ausgerückt, 6863 Mal geschah dies nachts. (fst)

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