Ärzte Zeitung online, 13.04.2017

Landtagswahl

Ersatzkassen in NRW zeigen Flagge

In einem Positionspapier rückt der vdek die Hausarztversorgung auf dem Land in den Fokus.

KÖLN. Die Ersatzkassen in Nordrhein-Westfalen wollen Flagge zeigen. Im Vorfeld der Landtagswahl am 14. Mai haben sie ihre gesundheitspolitischen Positionen veröffentlicht. Das Papier richte sich nicht nur an die Landesregierung und die politischen Parteien, sagt Dirk Ruiss, Leiter der vdek-Landesvertretung NRW der "Ärzte Zeitung". "Wir suchen die Diskussion mit allen Akteuren im Gesundheitswesen." Zu den Kernpositionen der Ersatzkassen gehört die Forderung, dass die künftige Landesregierung ihrer Verpflichtung zur Finanzierung der Investitionskosten der Kliniken nachkommt. Gleichzeitig machen sie sich für eine Strukturreform in der Krankenhauslandschaft stark.

Bei der ambulanten Versorgung liegt dem vdek besonders die Sicherstellung der flächendeckenden hausärztlichen Versorgung in ländlichen Regionen am Herzen. Um hier Fortschritte zu erreichen, erscheint den Ersatzkassen neben einer gezielten Unterstützung der niederlassungswilligen Hausärzte das Verbot der Nachbesetzung von frei werdenden Arztsitzen in städtischen Regionen als probates Mittel. Das stößt bei der KV Nordrhein (KVNo) erwartungsgemäß auf wenig Gegenliebe.

Die geltende Bedarfsplanung sei zwar ein reformbedürftiger Anachronismus, sagt der KVNo-Vorsitzende Dr. Frank Bergmann. In der Diskussion müssten aber die erheblichen Mitversorgungseffekte in Großstädten berücksichtigt werden. "Eine pauschale ‚Überversorgung‘ der Großstädte zu konstatieren, hält einem Faktencheck nicht stand", so Bergmann.

KVNo-Vize Dr. Carsten König betont, dass es nicht nur in den Kliniken, sondern auch in den Praxen einen erheblichen Investitionsstau gibt. Niedergelassene Ärzte in NRW müssten seit Jahren mit einer niedrigeren Vergütung als Kollegen in anderen Bundesländern leben. "Umso wichtiger ist es, diese Benachteiligung bei den anstehenden Honorarverhandlungen mit unseren nordrheinischen Vertragspartnern zu beenden", sagt er. (iss)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Sind Light-Getränke nützlich oder schädlich fürs Herz?

Light-Getränke sind in Verruf gekommen, dick zu machen und Diabetes zu fördern. US-Experten nehmen Stellung zur Herzgesundheit von zuckerfreien Drinks - und differenzieren. mehr »

EU-Bürger im Brexit-England nur noch "Second Class"

Jetzt geht der Brexit offenbar in seine fiese Phase: Wer als EU-Bürger auf der Insel bleiben will, soll es nicht leicht haben, meint das britische Innenministerium. Was heißt das? mehr »

Weniger Salz? Studie nährt Zweifel an WHO-Empfehlungen

Die WHO rät derzeit, nicht mehr als 5 g Kochsalz mit der täglichen Kost aufzunehmen. Diese Empfehlung scheint nach den Daten einer großen Studie übertrieben zu sein. mehr »