Ärzte Zeitung online, 23.01.2018

Nordrhein-Westfalen

Förderung für Niederlassung wird erhöht

Allgemeinmediziner, die sich in unterversorgten Gebieten in NRW niederlassen, können künftig 10.000 Euro mehr erhalten.

KÖLN. Der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) will die Niederlassung von Hausärzten, die sich in unterversorgten oder von Unterversorgung bedrohten kleineren Gemeinden niederlassen wollen, künftig mit bis zu 60.000 Euro statt 50.000 Euro fördern. Die geänderten Förderrichtlinien sollen im zweiten Quartal 2018 in Kraft treten.

In Düsseldorf hat Laumann am Montag seine gesundheits-, arbeitsmarkt- und sozialpolitischen Vorhaben vorgestellt. In der Gesundheitspolitik beschäftigt ihn vor allem die Sicherung der allgemeinmedizinischen Versorgung in der Fläche. Um dieser Herausforderung zu begegnen, hält er vor allem zwei Dinge für erforderlich: "Wir müssen mehr Allgemeinmediziner ausbilden, und wir müssen die richtigen Anreize dafür setzen, dass sie dort praktizieren, wo sie benötigt werden."

Der Minister setzt weiter darauf, dass die Landarztquote noch in diesem Jahr Realität wird. Zehn Prozent der Medizin-Studienplätze in NRW sollen an Bewerber gehen, die nach Abschluss der Ausbildung bis zu zehn Jahre in unterversorgten Regionen arbeiten wollen.

Er wiederholte die Forderung nach einer besseren Kooperation zwischen den Kliniken und einer stärkeren Spezialisierung bei bestimmten Leistungen wie Organtransplantationen und seltenen Erkrankungen.

Laumann macht sich schon länger für eine Interessenvertretung der Pflegeberufe stark, damit die Pflegenden auf Augenhöhe im Gesundheitswesen mitreden können. Eine für dieses Jahr geplante Befragung der Pflegekräfte durch einen unabhängigen Anbieter soll zeigen, welche Form der Interessenvertretung von ihnen gewünscht wird.

NRW wird bis 2020 einen Landesfonds einrichten, aus dem die Ausbildungskosten für Gesundheitsfachberufe erstattet werden. Laumann hält die Schulgeldfreiheit für notwendig, um sie attraktiver zu machen. Im Haushalt 2018 stehen dafür 15 Millionen Euro bereit. (iss)

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