Ärzte Zeitung online, 08.03.2018

Terminservicestellen

Auch Patienten haben Pflichten!

Verband in NRW appelliert an Spahn: Patienten, die nicht erscheinen, blockierten Termine. Das sollte eventuell Konsequenzen für Patienten haben.

KÖLN. Um die Terminvergabe in den Praxen der niedergelassenen Ärzte zu verbessern, sollten auch die Patienten in die Pflicht genommen werden. Würden sie vereinbarte Termine durchgängig wahrnehmen, wären die Terminservicestellen überflüssig, schreibt der nordrhein-westfälische Orthopädenverband Orthonet-NRW in einem offenen Brief an den designierten Bundesgesundheitsminister Jens Spahn von der CDU.

Dort verweist der Verbandsvorsitzende Dr. Folker Franzen auf die Erfahrungen in seiner Praxis in Bergisch Gladbach. Dort gebe es auch bei nicht dringlichen Terminen keine Unterschiede zwischen gesetzlich und privat Versicherten. Seit Einführung der Terminservicestellen habe es in seiner Praxis ganze vier Anfragen gegeben, so Franzen. "Alle wurden zeitnah terminiert!"

Zwei Patienten seien nicht gekommen, eine Patientin sei bei ihm falsch gewesen. "Lediglich ein Patient wurde also in den zurückliegenden zwei Jahren über die Terminservicestelle regulär vermittelt."

Dem stehe das Problem der Terminausfälle und Nicht-Einhaltung gegenüber. Nach einer Erhebung von Orthonet-NRW vom Mai 2017 werden im Durchschnitt in jeder nordrheinischen Praxis pro Tag vier bis fünf Termine nicht wahrgenommen. "Hochgerechnet auf den Monat bedeutet dies, dass alleine in orthopädischen Fachpraxen Nordrheins etwa 50.000 Termine pro Monat nicht wahrgenommen werden", führt Franzen aus.

Er sieht zwischen den kostenträchtigen Terminservicestellen und dem nicht diskutierten oder gar sanktionierten Fehlverhalten ein Ungleichgewicht. Wenn Patienten, die einen festen Termin vereinbart haben, diesen wahrnehmen oder zeitgerecht absagen würden, gebe es keine Probleme mit der Terminvergabe und man könne sich die Terminservicestellen sparen, so der Orthopäde.

"Ich darf Sie bitten, künftig dieses Problem zu beachten und mit in Ihre Unterredungen und Debatten einfließen zu lassen und wünsche Ihnen auch dafür das nötige Problembewusstsein, die nötige Durchsetzungskraft und viel Erfolg", schreibt Franzen. (iss)

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