Ärzte Zeitung online, 23.04.2018

Berlin

Acht neue Sitze für Pädiater in fünf Bezirken

Selbstverwaltung und Politik reagieren auf Engpässe. Die Ausschreibung startet Anfang Mai.

BERLIN. Erstmals seit langem soll es in Berlin wieder neue Arztsitze geben. Politik und Selbstverwaltung wollen damit dem punktuellen Mangel an Kinderärzten entgegen wirken.

Krankenkassen, KV und die Senatsgesundheitsverwaltung von Berlin haben sich im Februar darauf verständigt, dass acht neue Kinderarztsitze geschaffen werden, wie sie jetzt mitteilten. Nun steht fest, dass die neuen Arztsitze sich auf fünf Berliner Bezirke verteilen sollen.

Der Bezirk Neukölln erhält demnach drei neue Kinderärzte, Reinickendorf zwei, Marzahn-Hellersdorf, Spandau und Treptow-Köpenick jeweils einen. Zusätzlich soll es in Marzahn-Hellersdorf und Treptow-Köpenick je eine Zulassung für Kinder- und Jugendpsychiater geben.

"Auch wenn die Versorgung für Kinder und Jugendliche im gesamten Berliner Versorgungsbereich auf einem hohen Niveau ist, haben wir in einigen Bezirken Engpässe festgestellt, die sich zum Beispiel auf hohe Geburtenraten oder die soziale Situation zurückführen lassen", teilten die KV Berlin und die Krankenkassen mit.

Gesundheitssenatorin Dilek Kolat (SPD) verweist auf die wachsende Stadt Berlin. Der Babyboom habe zu Engpässen geführt. "Mich haben in der Vergangenheit viele Klagen von Eltern erreicht, die keinen Kinderarzt fanden", so Kolat.

Die zehn zusätzlichen Ärzte sollen nach ihren Angaben rund 15.000 Kinder und Jugendliche pro Quartal zusätzlich behandeln. "Das wird die ambulante Versorgung in den bisher schlechter ausgestatteten Bezirken spürbar verbessern", sagt Kolat. Sie zeigte sich erfreut, dass KV und Kassen "im Dialog auf die Engpasssituation reagiert haben".

Die insgesamt zehn neuen Arztsitze sollen zum 1. Mai mit Bewerbungsfrist zum 18. Mai ausgeschrieben werden. Voraussetzung ist, dass der Landesausschuss der Ärzte und Kassen den lokalen Versorgungsbedarf feststellt. Alle Beteiligten zeigen sich optimistisch, dass das Gremium den Vorschlägen von KV und Kassen folgt. (ami)

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