Ärzte Zeitung, 29.04.2008
 

Police vereint PKV und gesetzlichen Krankenschutz

Angebot des Finanzvertriebs MLP richtet sich an junge Gutverdiener / Versicherter gilt bei schwerer Erkrankung als Privatpatient

KÖLN (iss). Der Finanzvertrieb MLP bündelt erstmals gesetzlichen und privaten Krankenversicherungsschutz in einer Police. Das Angebot richtet sich an junge, gut verdienende Kunden wie Hochschulabgänger, die gesetzlich versichert sind, später aber in die private Krankenversicherung (PKV) wollen.

Versicherer sind das PKV-Unternehmen Münchener Verein und die IKK Direkt. Wer als Versicherter der IKK Direkt die Police "Clever care" kauft, kann nach drei Jahren mit einem Verdienst oberhalb der Versicherungspflichtgrenze ohne erneute Gesundheitsprüfung zum Münchener Verein wechseln.

Die Police umfasst eine stationäre Zusatzdeckung und eine Auslandsreisekrankenversicherung. Wer während der drei Jahre eine schwere Krankheit bekommt, gilt zudem bei den ambulanten Behandlungen als Privatpatient. Zugrunde liegt diesem Element eine feste Liste mit 28 Diagnosen, dazu zählen Krebs, HIV-Infektionen und Schlaganfall. Münchener Verein und IKK Direkt stimmen sich bei der Abrechnung ab.

Ohne Gesundheitsprüfung ist ein Wechsel zur PKV möglich.

Im vergangenen Jahr hat MLP 17 400 Kunden an Krankenkassen vermittelt. Zu ihnen zählt die IKK Direkt - mit einem Beitragssatz von 12,4 Prozent eine der günstigsten Kassen. "Für den Kunden ist es wichtig, dass sich der Versicherungsschutz möglichst einfach darstellt und er im Leistungsfall einen Ansprechpartner hat", sagt MLP-Vorstand Gerhard Frieg der "Ärzte Zeitung".

Außerdem werde die Deckung durch die Kombination verschiedener Elemente deutlich preisgünstiger. Die Police kostet mindestens 29,90 Euro im Monat. "Bei unseren Kunden, die sich später privat krankenversichern wollen, haben wir Bedarf für ein solches Angebot feststellt", so Frieg. Dies gelte vor allem für die zusätzliche Absicherung bei schweren Erkrankungen.

Wenn sich die Police im Markt bewährt, rechnet er mit vergleichbaren Modellen anderer Anbieter. "Wir wollen bei einer interessanten Zielgruppe möglichst viele Kunden gewinnen", sagt der Sprecher der IKK Direkt Daniel Burgstaler.

Bei dem Konzept stehe die Behandlung als Privatpatient bei schweren Erkrankungen im Vordergrund. Dass die Versicherten auch die Option für einen Wechsel in die Private Krankenversicherung erhalten, sieht Burgstaler nicht als Problem. Das sei nur eine Möglichkeit, der Kunde könne auch bei der gesetzlichen Krankenkasse bleiben.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Harter Tobak für die Tabakbranche

Was soll die Politik gegen Nikotinsucht tun? Wie schädlich sind Tabakerhitzer? Diese Fragen beschäftigten die diesjährige Tabakkontroll-Konferenz. mehr »

Das Transplantationsgesetz und seine Folgen

Vor 20 Jahren ging das Transplantationsgesetz an den Start. Was hat sich seitdem verändert? Eine Hoffnung zumindest hat sich nicht erfüllt: die Zunahme postmortaler Organspenden. mehr »

Brexit und NHS - Es gilt das gebrochene Wort

Von den Ankündigungen der "Leave Campaign" ist nichts übrig. 350 Millionen Pfund sollte der Gesundheitsdienst NHS nach dem Brexit mehr bekommen. Geld, das dringend gebraucht wrüde. mehr »