Ärzte Zeitung, 09.06.2008
 

Einhäupl wird Charité-Chef

Neurologe leitet ab September größte deutsche Uniklinik

BERLIN (ami). Die Nachfolge von Professor Detlef Ganten als Vorstandsvorsitzender der größten deutschen Uniklinik Charité Berlin steht fest. Der Aufsichtsrat der Charité hat den Neurologen Professor Karl Max Einhäupl als neuen Charité-Chef bestellt.

 Einhäupl wird Charité-Chef

"Keine leichte Aufgabe": Professor Karl M. Einhäupl.

Foto: privat

Der 61-jährige Einhäupl kam bereits 1992 an die Charité. Seit 2006 ist er Ärztlicher Leiter des Charité-Centrums für Neurologie, Neurochirurgie und Psychiatrie und als solcher im Sprecherrat der Charité-Centren, wo er laut Ganten bereits wichtige strategische Entscheidungen mitentwickelt hat. Zudem war er fünf Jahre lang Vorsitzender des Wissenschaftsrates.

"Mir ist bewusst, dass meine neue Aufgabe keine leichte sein wird. Die finanzielle Situation in der Universitätsmedizin ist schwierig", sagte Einhäupl. Die Charité habe einen hohen Investitionsbedarf, sie müsse an ihren Standorten ergänzende Schwerpunkte ausarbeiten und die Kooperation mit den außeruniversitären Forschungseinrichtungen intensivieren. Der jetzige Vorstand habe aber ein gutes Fundament geschaffen, auf das man in Zukunft aufbauen könne, so Einhäupl. Das unterstrich auch der Berliner Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner, der Aufsichtsratsvorsitzender ist.

Ganten wird der Charité nicht vollständig den Rücken kehren, sondern die Vorbereitungen der 300-Jahr-Feier im Jahr 2010 leiten und seine Aufgaben im Stiftungsrat der Stiftung Charité fortführen. Er zeigte sich für die schnelle Entscheidung des Aufsichtsrats dankbar. "Die Charité braucht Kontinuität und einen neuen Vorstand, der sie langfristig in eine sichere Zukunft führt. Professor Einhäupl ist der richtige Mann", so Ganten. Die Amtsübergabe soll am 1. September stattfinden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Frauen schuld an "Männergrippe"?

Jammernde Männer mit Erkältung sind keine Weicheier, sie leiden tatsächlich stärker. Das liegt wohl am Testosteron. Und an Frauen, die testosterontriefende Männer bevorzugen. mehr »

Stammzellgesetz – Bremse für Forscher?

2002 gab es um die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen eine hochemotionale Debatte. Heute ist der Pionier von ehedem mit dem Stand seiner Arbeit zufrieden. Doch nicht nur er fürchtet durch das Stammzellgesetz Nachteile für Forscher in Deutschland. mehr »

Ebola-Überlebende auch 40 Jahre später noch immun

Eine Forscherin machte sich auf die Suche nach den Überlebenden des ersten Ebola-Ausbruchs – und verspricht sich davon wichtige Erkenntnisse. mehr »