Ärzte Zeitung, 27.06.2008

Pädiater halten die neue U 7a für total veraltet

Kinderärztetag enttäuscht über GBA-Richtlinie

BERLIN (ras). Harsche Kritik hat der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) an der neuen Vorsorgeuntersuchung U 7a geäußert. Die Inhalte dieser Früherkennungsuntersuchung sind nach Ansicht des BVKJ-Präsidenten Dr. Wolfram Hartmann für die Pädiater eine "große Enttäuschung."

Wie Hartmann beim Kinder- und Jugend-Ärztetag in Berlin sagte, werde die U 7a generell als "Lückenschluss zwischen der U7 mit zwei Jahren und der U8 mit vier Jahren ausdrücklich begrüßt". Man sei aber enttäuscht, dass es den Krankenkassen im Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) gelungen sei, die Weiterentwicklung der Kindervorsorgeuntersuchungen zu blockieren.

Das Konzept der neuen Untersuchung sei nur an die "völlig veralteten bisherigen Vorsorgeuntersuchungen aus den siebziger Jahren" angepasst worden. Die steigende Zahl von psychosomatischen Erkrankungen, Entwicklungsstörungen und sozial bedingter Gesundheitsdefizite würden fast vollkommen ausgeblendet. Auch primär präventive Aspekte blieben bei der U 7a weitgehend außen vor, so dass Kindesvernachlässigung oder -misshandlung künftig kaum besser erkannt werden könnten als bisher.

Es sei bekannt, dass die U 7a nicht dem entspreche, was sich die Pädiater gewünscht hätten, gab der Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium Dr. Klaus Theo Schröder zu. Er wies daraufhin, dass die Vorsorgeuntersuchung vom Gemeinsamen Bundesausschuss geändert werden könne, falls sie die "hohen Ansprüche an die Qualität" tatsächlich nicht erfüllen sollte.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Das sind die Gewinner des Galenus-von-Pergamon-Preises 2017

Mit dem Galenus-von-Pergamon-Preis wurden erneut exzellente deutsche pharmakologische Grundlagenforschung und die Entwicklung innovativer Arzneimittel gekürt. mehr »

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

"Mehr Geld für Kranke, weniger für Gesunde"

Die Verteilungsregeln für den Finanzausgleich zwischen den Krankenkassen sollen deutlich verändert werden. Das hat ein Expertenkreis beim Bundesversicherungsamt jetzt vorgeschlagen. Die Meinung der Kassen ist geteilt. mehr »