Ärzte Zeitung, 29.09.2008

Länder schieben Investitionen für Kliniken auf die lange Bank

Bundesweit extreme Unterschiede bei Pro-Kopf-Zahlungen der Bundesländer

BERLIN (fuh). Nach der größten Demonstration im Gesundheitswesen in der Geschichte Deutschlands am Donnerstag in Berlin wächst der Druck auf die Länder.

Der Vorwurf: Viele Bundesländer kommen ihrer gesetzlichen Verpflichtung, in Kliniken zu investieren und sie baulich zu erhalten nur ungenügend nach. Die Länder erledigen ihre Investitions-Hausaufgaben extrem unterschiedlich, wie Daten der Deutschen Krankenhausgesellschaft zeigen. Besonders schlecht schneidet im vergangenen Jahr Niedersachsen ab.

Die drastische Unterfinanzierung bewirkt vielerorts, dass Kliniken Einschnitte im laufenden Budget vornehmen, um mangelnde Investitionsmittel auszugleichen, kritisiert die Gewerkschaft verdi. Das gehe auf Kosten der Patienten und des Personals. Zugleich werde die Privatisierung von Kliniken massiv forciert.

Lesen Sie dazu auch:

Wie viel Geld Bundesländer für Kliniken aufwenden
Bundesland Fördermittel 2007 in Mio. Euro Aufwendungen je Einwohner in Euro
Hamburg 100,1 57,1
Thüringen 125,5 54,3
Sachsen-Anhalt 117,7 48,2
Bremen 30,0 45,2
Mecklenburg-Vorp. 75,6 44,6
Brandenburg 107,9 42,4
Hessen 235,8 38,8
Bayern 452,6 36,2
Sachsen 151,9 35,7
Schleswig-Holstein 92,7 32,7
Saarland 32,5 31,2
Rheinland-Pfalz 118,8 29,3
Baden-Württemberg 305,0 28,4
Nordrhein-Westfalen 512,0 28,4
Berlin 84,0 24,7
Niedersachsen 121,4 15,2
Quelle: DKG Tabelle: Ärzte Zeitung

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