Ärzte Zeitung online, 21.11.2008

Kirchen und Ärztekammer fordern humanere Medizin

BERLIN (dpa). Die beiden großen Kirchen und die Bundesärztekammer haben sich für eine humanere Medizin ausgesprochen.

Bei einem Treffen mit den Kirchenspitzen kritisierte Ärztekammerpräsident Jörg-Dietrich Hoppe eine zunehmende Ökonomisierung der Patientenversorgung und wachsende Bürokratie, teilten die Kirchen am Freitag mit. Der Chef der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, wandten sich gegen eine Mitwirkung von Ärzten bei Fällen von Sterbehilfe. Dies widerspreche dem ärztlichen Ethos.

In der Diskussion um Patientenverfügungen sprachen sich die Kirchen für eine Vorsorgevollmacht aus. Menschen könnten damit einer Person ihres Vertrauens die Vollmacht geben, im Fall schwerster Krankheit an ihrer Stelle über den Abbruch lebenserhaltender Maßnahmen zu entscheiden. Beide Bischöfe und der Ärztekammerpräsident waren sich einig, dass die Bereitschaft zur freiwilligen Organspende mit mehr Aufklärung und Information gesteigert werden müsse.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Welcher Grippeimpfstoff ist für Senioren am besten?

Für ältere Menschen gelten spezielle Impf-Anforderungen, so die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie. Sie hat daher Tipps für Hausärzte zusammengestellt. mehr »

Personalmangel in der Pflege gefährdet Patienten

Die Gesundheitspolitik der künftigen Regierung wird einen Schwerpunkt bei Pflege setzen müssen. Davon zeigten sich Fachleute im Vorfeld des Kongress Pflege überzeugt. mehr »

Trivalente Impfstoffe jetzt wegwerfen?

Nach der Empfehlung der STIKO zum Einsatz von tetravalenten Impfstoffen stellt sich die Frage: Was soll jetzt mit noch vorhandenen, trivalenten Impfstoffen geschehen? mehr »